Auto-Coach in Bottrop hilft beim Kauf des Gebrauchten

Wenn Bernd Bischoff als Autokauf-Coach unterwegs ist gehört auch die Suche nach verdeckten Unfallschäden zu seiner Aufgabe. Die Messung der Lackdichte gibt wichtige Hinweise.
Wenn Bernd Bischoff als Autokauf-Coach unterwegs ist gehört auch die Suche nach verdeckten Unfallschäden zu seiner Aufgabe. Die Messung der Lackdichte gibt wichtige Hinweise.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
KFZ-Sachverständiger Bernd Bischoff übernimmt als Autokauf-Coach Beratung und Verhandlung beim Gebrauchtwagenkauf. Er sieht da eine Marktlücke.

Bottrop.. Das Angebot an gebrauchten Autos scheint schier unerschöpflich. Diesen Eindruck bekommt man zumindest beim Blick in die einschlägigen Internetportale. Kein Wunder, dass mancher Kaufwillige sich davon erschlagen fühlt. Wie soll ein Laie aus dieser Masse das richtige Auto finden, eines, das technisch in Ordnung ist und an dem der Käufer möglichst lange Freude hat? Als „Autokauf-Coach“ bietet der Kfz-Sachverständige Bernd Bischoff seine Dienste an.

Für Patrick Fernau und Stefanie Hennecke aus Bocholt hat der Bottroper das Traumauto gefunden. Das Paar erwartet Nachwuchs, ein größerer Wagen musste her, und die beiden träumten von einem Geländefahrzeug, einem so genannten SUV. „Aber wir sind nicht vom Fach und haben keine Ahnung von der Materie“, schildert Stefanie Hennecke die Beweggründe, sich an einen Spezialisten zu wenden.

Die Fernsehserie „PS-Profis“, in der Dortmunder Autoexperten Kaufwillige bei der Suche unterstützen, brachte sie auf die Idee, nach professioneller Hilfe zu suchen. „Hätten wir allein gesucht, hätten wir wohl nur bei Autohäusern geschaut.“ Angebote von Privatleuten oder Gebrauchtwagenhändlern wären unter den Tisch gefallen. Zu groß war ihre Sorge, beim Kauf über den Tisch gezogen zu werden.

Stammgast auf den hinteren Plätzen des TÜV-Mängelreports

Bei Bernd Bischoff buchte das Paar schließlich das Komplettpaket. In einem Beratungsgespräch informierte er sich über ihre Wünsche, zeigte auf, was es mit dem anvisierten Traumauto auf sich habe. Denn der nämlich für den amerikanischen Markt konzipiert worden, verbrauche viel Sprit und sei Stammgast auf den hinteren Plätzen des TÜV-Mängelreports, wusste Bischoff.

Das Paar orientierte sich um, ein VW Touareg sollte es nun sein. Bischoff sichtete die Angebote diverser Anzeigenportale. „Einige Angebote kann ich schon aufgrund der Fotos aussortieren“, sagt er. Auch Texte und Schreibweise verraten ihm viel über die Seriosität des Verkäufers. Ein beliebter Trick: „Nasse Autos glänzen immer.“ Deshalb solle man auf Fotos stets nach Wasserspuren unter den Fahrzeugen achten. Sonst könnte die Enttäuschung bei der Besichtigung groß sein.

"Ich prüfe dann die Lackdichte, schaue unter die Wagen"

Das Ergebnis seiner Recherchen schickt Bischoff den Kunden, die entscheiden, welche Wagen sich der Sachverständige genauer unter die Lupe nimmt. Drei Besichtigungen in einem 50-Kilometer-Radius sind im Preis inbegriffen. „Ich prüfe dann die Lackdichte, schaue unter die Wagen, mache die Probefahrt.“ Und er nimmt den Käfuern die Verhandlungen ab.

Bei Patrick Fernau und Stefanie Hennecke liefen sie erfolgreich. Was sie investiert haben, wollen sie nicht verraten. Nur soviel: Bischoff habe sein Honorar rausgeholt – „und nicht nur das“.

Bischoff rät Verkäufern zur Kfz-Aufbereitung

Adolf Bremes hat seinen Wagen verkauft. Wobei genauer trifft es wohl die Formulierung, Adolf Bremes hat Bernd Bischoff seinen Wagen verkaufen lassen. Denn den Service, den der Sachverständige für Käufer anbietet, bietet er auch für Verkäufer. „Ich musste mich um nichts kümmern, musste am Ende nur noch den Kaufvertrag unterschreiben“, sagt Bremes. Die Fotografien für die Anzeige, das Schreiben des Textes und auch die Recherche nach dem richtigen Preis, all das habe Bischoff übernommen.

Ein erster Verkaufsversuch, den er selbst gestartet habe, sei gescheitert, Möglicherweise sei der Preis zu hoch angesetzt gewesen, so Bremes. Bischoff orientiert sich zum einen an den Händlereinkaufspreisen, zum anderen an den Preisen, zu denen die Fahrzeuge weiter verkauft werden. „So ist für die Kunden auf jeden Fall ein Preis über dem Händlereinkaufspreis zu erzielen“, sagt er. Aber: „In 90 Prozent der Fälle muss ich den Verkäufern erst einmal zu einer Aufbereitung des Wagens raten.“ Mancher Autobesitzer werde mit der Zeit betriebsblind – und ein potenzieller Käufer wolle nun mal auch bei einem Gebrauchtwagen ein Gefühl wie in einem fabrikneuen Innenraum, so Bischoffs Tipp.