Ausstellung in Bottrop - der Künstler als Tänzer

Dass der Künstler Dominik Geis einmal Tanz studierte, zeigt sich auch in dieser Videoarbeit, die er für die Ausstellung im „jungen museum“ schuf. Dort ist er in unterschiedlichen Tanzposen zu sehen.
Dass der Künstler Dominik Geis einmal Tanz studierte, zeigt sich auch in dieser Videoarbeit, die er für die Ausstellung im „jungen museum“ schuf. Dort ist er in unterschiedlichen Tanzposen zu sehen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Dominik Geis zeigt ab Freitag seine Ausstellung „The ,me’ in motion“ im „jungen museum“ an der Böckenhoffstraße. Fotografien und Videoarbeiten.

Bottrop.. Nur schemenhaft lässt sich auf den Fotografien von Dominik Geis eine Figur erahnen. Dass es sich bei diesen bearbeiteten Bildern um den Künstler selbst handelt, der als Kind und Jugendlicher beim Theaterspielen fotografiert wurde, lässt sich nicht erkennen. Wer den Vorhang zum folgenden Raum öffnet, befindet sich sogleich im „zweiten Akt“ der Schau „The ,me’ in motion“, die heute Abend im „jungen museum“ auf dem Kulturhof eröffnet.

Denn diese Installation, die der Absolvent der Freien Akademie der bildenden Künste (fadbk) in Essen und Schüler von Marcel Odenbach an der Kunstakademie Düsseldorf jetzt als seine erste Einzelausstellung konzipierte, kann eine gewisse Theatralik nicht verleugnen. Mal erscheint der 29-Jährige ganz puristisch - das heißt in diesem Fall hüllenlos - in Posen wie dem zeitgenössischen Tanztheater entsprungen. Dann wieder gibt es Spiegelungen der Positionen in Schwarzweiß oder Farbe, aus Schemen werden Bilder, die Soundcollage aus Schlagzeug und Tanzrhythmen entwickelt sich über 12 Minuten. Geis, der zunächst Malerei und Bildhauerei studierte, zeigt hier nur Foto- und Videoarbeiten, in denen er sich mit der Wirkung von Bild und Selbstbild auseinandersetzt. Das Leben als Theater? Für den gebürtigen Würzburger, der dort bereits im frühen Alter begann, Tanz zu studieren scheint dieser Ansatz nicht allzu weit hergeholt.

Im „dritten Akt“ sieht sich der Besucher plötzlich mit der Kindheit des Künstlers konfrontiert. Aus einem alten Super 8 Film zeigt Geis Szenen in einer Endlosschleife, in denen sein Vater ihn als Kleinkind in die Luft wirft. Hinter dem nächsten Vorhang ist Geis als Knabe, statt im Adams- nun im Engelskostüm, zu sehen.Hier wird er bereits bewusst inszeniert, in einer alten Tanzperformance, deren Szenen er nicht hochauflösend sondern körnig und gewissermaßen schleierhaft daherkommt. Hinter dem Sound mit seinen fortschreitenden Klangbewegungen und wuchernden Harmonien steckt Wagner, der Theatraliker des 19. Jahrhunderts schlechthin, verfremdet, stark bearbeitet.

Dominik Geis’ Menschen-Theater mit seinen unterschiedlichen Rollen hat keine Wagner-Länge - aber eine gute halbe Stunde sollte man sich schon nehmen für die „wahren“ und verfremdeten Bilder des inszenierten, bearbeiteten und schließlich gefilmten Menschen.

Die Eröffnung der Ausstellung „The ,me’ in motion“ von Dominik Geis ist heute, 26. Februar um 18 Uhr im „jungen museum“ an der Böckenhoffstraße. Zu sehen bis 26. März. Di, Mi, Fr 15-18, Do 18-21 Uhr.
Die Verlegung des Eingangs erbrachte eine leichte Vergrößerung der Ausstellungsfläche. Mögliche Führungen: Do ab 18, Schüler: Mo - Fr vormittags. Info: Katrin Niermann: Tel: 02041/ 70 42 82.