Ausschuss berät über Flüchtlinge im Stadthaus

Das Katholische Stadthaus an der Paßstraße gegenüber dem Berliner Platz. Die Kirche will es an einen Investor verkaufen.
Das Katholische Stadthaus an der Paßstraße gegenüber dem Berliner Platz. Die Kirche will es an einen Investor verkaufen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Sozialausschuss muss entscheiden, ob am Berliner Platz Asylbewerber untergebracht werden. Dessen Vorsitzende Renate Palberg signalisiert Zustimmung der SPD.

Bottrop..  Im Katholischen Stadthaus sollen Flüchtlinge untergebracht werden. Voraussetzung: Der Sozialausschuss gibt grünes Licht. Die Vorsitzende des Ausschusses, Renate Palberg (SPD) geht davon, dass es so kommen wird. Am Dienstag 16. Februar tritt das Gremium zu seiner Sitzung zusammen und wird auch über diesen Punkt beraten.

Information im Ältestenrat

Bevor die Verwaltung ihre Pläne öffentlich gemacht habe, seien sämtliche Fraktionen und Gruppen des Rats im Ältestenrat informiert worden, sagt Renate Palberg. Genau dieser Punkt hatte bei den Beratungen über die Unterbringung von Flüchtlingen im Saalbau für Verdruss bei manchem Politiker geführt. Sie fühlten sich von der Verwaltung überfahren. Kritik wurde laut, dass hier Fakten geschaffen wurden, bevor die eigentlich zuständigen Gremien beraten und eine Entscheidung getroffen hätten. Das sei in dem Fall anders, sagt Renate Palberg und geht davon aus, dass die SPD dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen wird.

In der Vorlage für die Sitzung beschreibt die Verwaltung ihr Vorhaben noch einmal genau. Demnach möchte das Sozialamt etwa 150 Flüchtlinge in dem markanten grünen Gebäude in der Innenstadt unterbringen. Der neue Besitzer – eine Immobiliengesellschaft aus Essen – würde das Haus entsprechend umbauen. In den Etagen zwei bis fünf könnten demnach die Apartments für Flüchtlinge entstehen. In Gemeinschaftsküchen sollen sich die künftigen Bewohner dann selbst versorgen – ähnlich wie es etwa in der Körnerschule in der Boy üblich ist.

In der ersten Etage und im Erdgeschoss sollen zunächst Betreuungsangebote einziehen, später werden die Räume als Ausweichquartier für den Rathaus-Umbau genutzt. Die Seniorenbegegnungsstätte mit dem großen Saal und die Altenwohnungen in dem Haus sind davon nicht betroffen. Später will der neue Eigentümer in dem Haus seniorengerechte Wohnungen anbieten.

Renate Palberg ist erleichtert, dass hier 150 Menschen ein Zuhause finden sollen. Ein anderer Investor wollte 600 in dem Haus unterbringen. Da hatte die Kirche als Verkäufer des Gebäudes die Reißleine gezogen und auch die Stadt hatte ihre Zustimmung verweigert. „Von daher ist die jetzige Lösung die bessere“, sagt die Ausschussvorsitzende. Sie sieht in Entscheidungen für das Katholische Stadthaus oder zuvor den Saalbau auch eine Chance, dafür, dass die Stadt endlich einmal selbst agieren könne und nicht immer nur auf neue Zuweisungen reagiere. Denn dass der Zustrom von Flüchtlingen nachlasse, daran glaube sie mit Blick auf die aktuellen Nachrichten nicht.

130 in den ersten drei Wochen

Und auch beim Sozialamt gehen die Verantwortlichen nicht davon aus, dass in diesem Jahr weniger Flüchtlinge kommen als zuvor. Zu Beginn des Jahres zeichne sich zumindest keine Entspannung ab, heißt es in der Vorlage. Schon in den ersten drei Wochen des Jahres mussten in Bottrop 130 Menschen aufgenommen werden. Vielmehr müsse 2016 deutschlandweit mit einem ähnlichen Zustrom gerechnet werden wie 2015, so das Sozialamt. Daher „ist es erforderlich, auch in Bottrop weitere Unterkunftsmöglichkeiten zu schaffen“.