„Ausbau völlig überdimensioniert“

Ortsbesichtigung mit dem BUND ein an der Kreuzung der B 224 in der Boy. Der Umweltbund lehnt den Ausbau zur Autobahn entscheiden ab.
Ortsbesichtigung mit dem BUND ein an der Kreuzung der B 224 in der Boy. Der Umweltbund lehnt den Ausbau zur Autobahn entscheiden ab.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Der BUND Bottrop ruft Bürger auf, Einwendungen gegen den Ausbau der B224 zurA 52 einzureichen und bietet Hilfe bei der Formulierung an.

Der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) Bottrop positioniert sich klar gegen den Ausbau der B224 zur A 52. Seit dem 7.Januar liegen die neuen Pläne zum Umbau aus. Alle Bürgerinnen und Bürger haben bis zum 6. Februar die Möglichkeit, im Stadtplanungsamt an der Luise-Hensel-Straße die Pläne für den Ausbau von der Stadtgrenze Bottrop/Gladbeck bis zum Autobahndreieck Essen/Gladbeck einzusehen. Jetzt lud der BUND zu einer Ortsbesichtigung ein, die jedoch aufgrund des Wetters auf den 1. Mai verlegt wurde. Trotzdem nutze man die Gelegenheit, sich über die Pläne auszutauschen. Denn bis 20. Februar müssen alle Einwendungen gegen das Bauvorhaben erhoben werden.

„Der Neubau der A 52 hat enorme Auswirkungen auf Natur, Lebensqualität und den Freizeit- und Erholungswert in der Umgebung, beispielsweise Schloss Wittringen und das Freibad. “, fasst Sigrid Lange vom BUND-Vorstand zusammen und fordert deshalb eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung, die unter anderem die Auswirkungen des Neubaus der A 52 auf den Grünzug C, bzw. auf die IBA Emscherpark untersucht. Beide Projekte, vor allem auch die Renaturierung der Boye, würden durch die geplante Autobahn gefährdet. Zudem seien Eingriffe in das Kraneburger Feld nicht ausgleichbar.

„Zahlreiche Tierarten wie Fledermäuse, Rebhühner und Vögel sind gefährdet. Es sind Arten dabei, die auf der Roten Liste stehen, also zu den weltweit gefährdeten Tierarten gehören und somit geschützt werden müssen“, so Jürgen Schmidt. „Auf dem Kraneburger Feld soll zusätzlich eine Parallelautobahn mit drei Spuren beidseitig gebaut werden“, sagt Norbert Porwol, Vorsitzender von der Baum-und Grünschutzinitiative. In den Plänen für den Ausbau ist ein Autobahnkreuz zu sehen, das auf den ersten Blick einem „Spagetti-Knäuel“ ähnelt. „Völlig überdimensionert“, so Jürgen Schmidt. Auf der A2 sollen am Anschlussstück Ellinghorst noch sechs Spuren dazukommen. Ein ausreichender Lärmschutz durch Stützwände, so erklärt Porwol weiter, sei dort nicht gewährleistet, denn diese haben keine Schallschutzfunktion.

Im Industriegebiet, genau wie auf der Horster- und Prosperstraße, ist eine Brücke geplant, die genau auf Fensterhöhe eines Mehrfamilienhauses läge. Schon die achtjährige Bauphase mit ihren Verkehrsumleitungen sei eine Zumutung für alle Betroffenen.

Nicht berücksichtigt, so Porwol, seien die zu wenig berechneten Fahrzeuge, die täglich die Autobahn nutzen. „Durch den Ausbau wird der Verkehr garantiert zunehmen“, sagt Claudia Schadwinkel. Allerdings sei im Nachhinein keine Aufwertung des Lärmschutzes mehr möglich. „Die CO2-Emissionen würden stark steigen, denn Autobahnen sind von der Umweltzone ausgenommen“, so Thomas Kaba vom BUND. „Das alles steht total im Gegensatz zur stets propagierten nachhaltigen Mobilität.“