Auf Tuchfühlung mit der Geige

„Ich will noch mehr ausprobieren“ – das hörte man am Samstag öfters in den Gängen der Musikschule. Beim jährlichen Tag der offenen Tür können Kinder Instrumente wie Oboe, Querflöte oder Klavier ausprobieren. Unter Aufsicht der jeweiligen Lehrer wurde nach Herzenslust gepustet, gestrichen oder gezupft.

„Es gibt aber auch viele Erwachsene oder Elternteile, die gerne ein neues Instrument erlernen möchten“, erzählte Julia Knorr-Urban von der Musikschule. Der Schnuppertag richtet sich aber vorrangig an Kinder im Grundschulalter. „Vorher sind die Kinder zu jung, um ein Instrument zu erlernen. Möchten die Eltern ihre Kinder schon früher an die Musik heranführen, raten wir ihnen zur musikalischen Früherziehung.“ Das muntere Ausprobieren lockte einige hundert Familien an.

Mit viel Geduld gaben die Lehrer den Kindern erste Instruktionen und erklärten die Eigenschaften des jeweiligen Instrumentes. Leiter und Dozent Jürgen Slak weiß, worauf geachtet werden muss. „Die Kinder sollten die Größe und das passende Alter mitbringen. Zudem sollten sie nicht hilflos wirken. Jeder Lehrer kann sofort einschätzen, ob sich das Kind für das jeweilige Instrument eignet.“ Auch der siebenjährige Timo entdeckte auf Anhieb sein Talent für die Trompete. „Das war gar nicht so einfach. Erst habe ich gar keine Töne herausbekommen, aber dann hat es gut geklappt.“ Seine Mutter Andrea Kohlwinkel ist froh, dass sich ihr Sohn so begeistert zeigt. „Ich freue mich sehr darüber. Musik ist unglaublich wichtig und vielleicht bringt er mir ja später etwas bei.“ Zeigten sich die Kinder interessiert und lernfähig, konnten die Eltern ein persönliches Gespräch führen. „Die Eltern werden dann über Anschaffungs- und Folgekosten informiert“, so Ingo Brzoska, ebenfalls Leiter der Schule. Grade große Instrumente wie Oboe oder Schlagzeug sind eine kostspielige Angelegenheit. Deshalb bietet die Musikschule über 1000 Leihinstrumente an. „So können wir jedem Kind zumindest für ein Jahr ein Instrument zur Verfügung stellen.“ Er rät den jungen Musikern: „Man sollte sich ein oder zwei Quartale gewissenhaft mit dem Instrument auseinandersetzen.“