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Auf Nummer Sicher gegangen

20.06.2007 | 09:04 Uhr

Drei Schüler des Berufskollegs gewinnen beim Roboter-Wettbewerb der Fachhochschule Gelsenkirchen. Sie wollen der Informatik treu bleiben

Der Roboter, der in etwa die Form eines Schneepflugs besitzt, aber lediglich rund 30 cm groß ist, setzt sich in Fahrt. Mit stockenden, aber schnellen Bewegungen fährt er eine schwarze Linie entlang, die er mit seinen Infrarotsensor abtastet. Alle Augen ruhen auf ihm. Denn ihm und seiner Schnelligkeit ist es zu verdanken, dass drei Schüler des Berufskollegs den ersten Platz beim Roboter-Wettbewerb "Robocom 2007" der Fachhochschule Gelsenkirchen belegten.

Zwei Aufgaben mussten die Teams aus dem ganzen Ruhrgebiet mit ihren Robotern lösen: Zunächst hatten die Roboter einer schwarze Linie zu folgen und an derem Ende automatisch zu halten. Im zweiten Teil mussten die Roboter ein schwarzes Zielquadrat auf einem weißen Feld erreichen, das durch Hindernisse verstellt war. Beide Aufgaben wurden zweimal durchlaufen. Das Team mit der besten Gesamtzeit gewann.

"Nach dem ersten Durchlauf waren wir nur auf Platz 3", erinnert sich Lehrer Michel Daamen, der das Team der Schüler betreute. "Während alle anderen Teams nervös wurden und nur auf die Zeit schielten, haben wir uns für die sichere Variante entschieden." Die sichere Variante bestand darin, dem Roboter die Koordinaten des Zielquadrats als Orientierung zu geben. Die Schüler und ihr Lehrer vertrauten nicht darauf, dass das Quadrat allein aufgrund des Hell-Dunkel-Kontrastes erkannte wurde. Die Strategie ging auf. "Alle anderen Teams haben's voll versemmelt", scherzt Cristian Kubis, einer der siegreichen Schüler.

Dass Cristian und seine Teamkameraden Mirko Endemann und Sebastian Buil an dem Wettbewerb teilnehmen wollten, war schnell klar, nachdem ihr Lehrer davon berichtet hatte. "Viel Arbeit haben wir in den Roboter eigentlich nicht gesteckt", gesteht Sebastian. "Nach ein bis zwei Stunden war der fertig." Für die Konstruktion griffen die Schüler auf das NXT-Robotersystem von Lego zurück, wie es die FH Gelsenkirchen vorsah.

Den Quellcode, also das Betriebssystem des Roboters, zu schreiben, war da schon aufwändiger: "Dafür gingen einige Stunden drauf", sagt Sebastian. Auch wenn die Schüler nicht so viel Zeit eingeplant hatten. "Wir haben erst fünf Tage vor dem Wettbewerb mit dem Quellcode angefangen", lacht Cristian. Aber dann hätten sie teilweise auch noch drei Stunden nach Schulschluss im Klassenraum zusammen gesessen. Denn: "Ein genaues Konzept hat man für den Quellcode nie. Das hat viel mit Ausprobieren zu tun."

Dass die drei Schüler die technischen Anforderungen meistern würden, davon war ihr Lehrer überzeugt: "Programmieren haben die schon in der Unterstufe gelernt." Auch nach ihrer Ausbildung zum Informationstechnischen Assistenten mit Fachhochschulreife wollen Cristian, Sebastian und Mirko der Informatik treu bleiben. "Ich will Softwareprogrammierer werden", verrät Cristian. Bei den beiden Anderen sieht es ähnlich aus. "Zudem ist es wahrscheinlich immer gut", überlegt Sebastian, "wenn man bei einer Bewerbung die Urkunde anfügen kann."

Von Kai Kollenberg

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