Auch nach 65 Jahren noch wie frisch verliebt

67 gemeinsame Jahre, davon 65 als Mann und Frau, sie fanden ihren Anfang in dem ehemaligen Tanzlokal Wittstamm, dort wo später die Stadtwald-Seniorenresidenz ihr Zuhause fand. Amor hatte den damals 20-Jährigen Paul Heinz direkt getroffen als er die schöne Gertrud auf der Tanzfläche sah. „Er konnte sich sehr gut bewegen“, erzählt die Frau, die er zwei Jahre nach dem Abend im Wittstamm heiratete. Es war Liebe auf den ersten Schritt.

Und heute, so viele Jahre später, bekommen die Heinzes Post von Bundespräsident Joachim Gauck. Er gratuliert ihnen zur Eisernen Hochzeit, welche die beiden am 6. April feiern werden. 65 Jahre verheiratet – aber sie wirken als hätten sie gestern vor dem Altar gestanden. Paul Heinz überschüttet seine Frau noch immer mit Komplimenten. „Schauen sie sich doch an, dann wissen sie es“, antwortet er auf die Frage, was er denn so an ihr schätze. „Na, das habe ich immer liebend gern getan“, sagt er als er sie für ein Foto in den Arm nehmen soll.

Natürlich möchte man da wissen: Was ist das Erfolgsrezept für eine gute Ehe? „Man ist nicht immer einer Meinung“, sagt der 85-jährige Paul Heinz, „aber Sie sollten nie mit Krach ins Bett gehen.“ Ihr Leben lang haben die Heinzes diese Regel gelebt, vor dem Einschlafen hat immer einer nachgegeben. Ob ihre drei Kinder, fünf Enkel und sechs Urenkel sich davon etwas annehmen? „Wir wollen es hoffen.“

Auch verbindet die 86-jährige Gertrud und ihren Mann die gemeinsame Heimat: sie sind Bottroper Kinder. 54 Jahre lang leben der ehemalige Maurer und die Hausfrau schon in ihrer Wohnung an der Bögelsheide. „Wir sind viel in der Welt rumgekommen“ – ein Bild vom Hawaii-Urlaub schmückt das Wohnzimmer – „aber wir würden nie von Bottrop wegziehen“. In den Urlaub geht es bald trotzdem wieder. „Aber nur zur Ostsee, weiter schaffen wir es nicht mehr.“ Geistig sind sie noch topfit, die Knochen schwächeln ein wenig. „Aber zehn Jahre wollen wir noch schaffen – das ist unser Ziel“, sagt Paul Heinz. „Nur so alt werden wie der Heesters, das wollen wir nicht.“