Auch Gerdes hält nichts von Wirte-Klagen

„Ich unterstütze den Bottroper DGB-Vorsitzenden Reinhard Thater in seiner Reaktion auf die Klagen über den Mindestlohn“, erklärt der Bottroper Bundestagsabgeordnete Michael Gerdes (SPD). Die Dokumentationspflichten beim Mindestlohn seien minimal. Sie würden lediglich für Minijobber im gewerblichen Bereich und für ausgewählte Branchen gelten, die im Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz genannt seien. Es müssten Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit erfasst werden. Die Aufzeichnung erfordere keine spezielle Form, sondern könne per Hand auf einem Stundenzettel vermerkt werden. Selbst Arbeitspausen müssten nicht gesondert ausgewiesen werden.

Kontrollmechanismen wichtig

Die erste Zwischenbilanz des Mindestlohngesetzes falle positiv aus, erklärt Gerdes. Es gehe um den Schutz der Beschäftigten vor Lohndumping, Einbrüche am Arbeitsmarkt seien nicht zu beobachten. Gerdes plädiert für einen Mindestlohn, der wirkt, und für entsprechende Kontrollmechanismen.

„Die jüngste Kritik der Gastwirte richtet sich pauschal gegen verschiedene gesetzliche Regelungen. Hier lohnt sicherlich ein Blick ins Detail. Allein der Mindestlohn bringt keine bürokratische Überforderung mit sich“, betont Gerdes.