Auch Bottroper Kita-Eltern fordern ein Ende des Streiks

Eltern und Kinder fordern am Mittwoch am Rathaus ein Ende des Kitastreiks.
Eltern und Kinder fordern am Mittwoch am Rathaus ein Ende des Kitastreiks.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Mittwoch beginnt um 10 Uhr eine Demonstration vor dem Rathaus. Der Elternrat des Montessori-Kinderhauses lädt zum Mitmachen ein.

Bottrop..  Wenn Verdi und die Kommunalen Arbeitgeber heute in Frankfurt weiter über die Kitas verhandeln, gibt es Begleitmusik auch aus Bottrop: „Wir fordern, dass die beiden Parteien sich schnellstmöglich einigen!“ Das hat sich der Elternrat des Städtischen Montessori-Kinderhauses in Kirchhellen auf seine Fahnen geschrieben. Ihren Forderungen wollen die Eltern am Mittwoch ab 10 Uhr mit einer Demo auf dem Platz am Rathaus Nachdruck verleihen.

Sie wissen sich dabei einig mit den Eltern der anderen städtischen Kitas in Bottrop, die jetzt schon fast vier Wochen lang wegen des Kita-streiks die Betreuung ihrer Kinder organisieren müssen. „Bei uns müssen die ersten Eltern jetzt unbezahlten Urlaub nehmen“, berichtet Rebecca Ohlemann, Mitglied im Elternrat des Kinderhauses. „Und sie haben noch Glück, weil ihr Arbeitgeber das mitmacht.“ Viele konnten sich bislang irgendwie durchhangeln, doch das werde zunehmend schwieriger.

Für die Kinder fällt vieles aus

Auch für die betroffenen Kita-Kinder wird der Streik zunehmend zur Belastung. Gerade bei den Maxi-Kindern, die im Sommer in die Schule kommen, ist die Enttäuschung inzwischen riesig. Ausflüge, die Kita-Übernachtung, die Projektwoche, das Schultüten-Basteln – das alles ist dem Streik zum Opfer gefallen. Rebecca Ohlemann: „Die Kinder fragen schon, warum sie nicht mehr in die Kita dürfen, sondern gleich zur Schule müssen.“

Eltern und Kinder der Kitas Röttgersbank, Körner Straße, Stadtmitte und Zeppelinstraße werden am Mittwoch bei der Demo am Rathaus dabei sein und auch einige Erzieherinnen hätten ihre Teilnahme angekündigt, berichtet die Kirchhellenerin. Sie selber kann „leider, leider“ nicht dabei sein, sie muss arbeiten. Sie ist Tagesmutter für drei kleine Kinder.

Eltern diskutieren „Übernahme“

Über WhatsApp sind die Montessori-Eltern mit einander in Kontakt und diskutieren auch die mögliche „Übernahme“ des Kinderhauses durch die Eltern – wie es in einigen Städten bereits der Fall ist. „Wir prüfen die versicherungsrechtlichen Fragen“, erklärt Rebecca Ohlemann. „Es gibt Eltern, die reihum die Betreuung übernehmen würden.“ Ohnehin hilft man sich auch jetzt schon gegenseitig.

Die Tarifparteien verhandeln heute weiter, am Donnerstag berät die Delegierten-Konferenz in Frankfurt über den vielleicht gefundenen Kompromiss. Der müsse schon gut sein, meint Thorsten Waschulewski, Gewerkschaftssekretär im Verdi-Bezirk Emscher-Lippe-Süd. Schließlich hat Verdi seit Beginn der Tarifauseinandersetzungen großen Zulauf: 300 neue Mitglieder allein aus Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen.