Attacke im Bus - Fahrgäste wollten Prügelopfer (16) helfen

In den Bussen der Vestischen gibt es Überwachungskameras. Die Aufzeichnungen werden allerdings nach 24 Stunden wieder überspielt.
In den Bussen der Vestischen gibt es Überwachungskameras. Die Aufzeichnungen werden allerdings nach 24 Stunden wieder überspielt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Zwei unbekannte Täter haben Rosenmontag in einem Bus in Bottrop einen Gladbecker (16) verprügelt. Die Polizei wertet das Video aus dem Bus aus.

Bottrop/Gladbeck..  Ein 16-jähriger Junge wird in einem Linienbus von zwei jungen Männern angegriffen. Der eine hält den Jungen im Schwitzkasten fest. Der andere prügelt auf ihn ein. Dann klaut ihm einer der beiden Täter auch noch das Handy, bevor die beiden beim nächsten Stopp schnell aus dem Bus springen.

So geschehen laut Polizeibericht in Bottrop am Rosenmontag gegen 15.45 Uhr in der Linie 259 auf der Gladbecker Straße (wir berichteten bereits). Eine Frage ließ diese Polizeimeldung allerdings ungeklärt. Die nämlich, ob denn weder Fahrer noch Fahrgäste in dem Bus irgend etwas von dem Vorfall mitbekommen haben?

Unbemerkt ist die Prügelattacke in der Tat nicht geblieben, erklärt auf Anfrage der WAZ Polizeipressesprecher Michael Franz vom zuständigen Polizeipräsidium Recklinghausen. Andere Fahrgäste hätten die Not des Jungen sehrwohl bemerkt, wollten wohl auch eingreifen. „Doch da waren die Täter auch schon aus dem Bus gesprungen“, so Franz. Ein Fahrgast habe dem Jugendlichen aus Gladbeck dann noch gesagt, dass die Täter sein Handy mitgenommen haben.

Dennoch sei der Jugendliche weiter gefahren bis zum Oberhof in Gladbeck, dann auch erst nach Hause gegangen, bevor er sich erst einige Zeit später bei der Polizei gemeldet habe. Die Polizei hat das Videomaterial aus der Überwachungskamera sichergestellt. „Ob dort verwertbares Material zu finden ist, wird gerade noch überprüft“, so der Polizeipressesprecher.

Unklar ist, ob der Fahrer des Busses etwas von dem Vorfall mitbekommen hat. „Eine entsprechende Meldung bei unserer Leitstelle liegt auf jeden Fall nicht vor“, erklärt Reimund Kreutzberg von der Vestischen. Bedingt durch den Karnevalstrubel sei es auf dieser Linie zu Verspätungen gekommen. „Drei Busse kommen für den Vorfall in Frage. Alle drei sind von einem Fremdunternehmen, das für uns fährt.“ Natürlich seien aber auch diese Fahrer angewiesen, solche Vorfälle der Leitstelle zu melden.

Jedem Fahrgast, der im Bus in eine Notsituation gerät, rät Reimund Kreutzberg grundsätzlich dazu, sich beim Busfahrer zu melden. Der könne nicht nur über Funk die Polizei zu Hilfe rufen. Die Busse der Vestischen seien zudem mit einer Ereignistaste ausgestattet. Einmal vom Fahrer gedrückt, werde die Videoaufzeichnung mit einem bestimmten Vorlauf markiert und gespeichert - zur besseren Auswertung durch die Polizei.