Aschenbecher und Kondome für Stadtgarten-Besucher in Bottrop
18.07.2011 | 19:41 Uhr 2011-07-18T19:41:00+0200
Bottrop.Acht junge Erwachsene verteilen im Sommer an die jungen Bescher im Stadtgarten Müllbeutel, Aschenbecher und Kondome. Damit soll dem Müll im Park und Konflikten vorgebeugt werden. Eine Kontrolle der jungen Gäste soll die Aktion nicht sein.
Der Stadtgarten steht allen Besuchern offen - Sonntagsspaziergängern ebenso wie Jugendlichen, die sich in den Sommerferien auf den Wiesen ausstrecken. Damit die Parkanlage allen Besuchern auch am nächsten Tag noch Freude bereitet, nehmen acht junge Männer und Frauen Laufarbeit in Kauf. Beim Weg durch den Stadtgarten sprechen sie die Gleichaltrigen an, die es sich auf dem Rasen bequem gemacht haben, und bieten an, was fehlt: Müllbeutel, Aschenbecher und Kondome.
Mit dem Projekt Sommerparty erinnern der Jugendhilfe-Verein und das Jugendamt seit sieben Sommern an die Spielregeln für eine konfliktfreie Benutzung öffentlichen Raums. Joachim Jahry vom Verein für Jugendhilfe will die Rundgänge der Ehrenamtler nicht als Kontrolle verstanden wissen, sondern als Interesse und Anteilnahme. „Wenn wir den Jugendlichen positive Aufmerksamkeit schenken, werden sie dem Ort positive Aufmerksamkeit schenken“: In den vergangenen Jahren habe sich dieses Prinzip bewährt.
Die Aktion läuft bis Oktober , den Zeitplan für ihre Besuche im Stadtgarten stellen die Ehrenamtler selbst auf. Sie sind stets zu zweit unterwegs; jeder absolviert drei Rundgänge von etwa einer Stunde Dauer pro Woche. Grundsätzlich werde den Verteilern hohe Akzeptanz entgegen gebracht, sagt Jahry.
Als Jahry ein Junge war, war das Betreten der Grünfläche noch untersagt; den Wegfall des Verbots wertet er als Fortschritt, und der Park ist aus seiner Sicht einer der wenigen kostenfreien Aufenthaltsorte für junge Leute. Gut, dass er genutzt wird, sagt Jahry. Seine Botschaft ist eine doppelte: Junge Leute sollen den Park nutzen - aber sie müssen etwas dafür tun und ihn sauber halten. „Wir wollen mit dem Projekt die Jugendlichen beim Aufenthalt und beim Feiern an öffentlichen Plätzen unterstützen und Konflikte verringern.“
Auf Augenhöhe mit den Jugendlichen
Wie’s geht, wissen Lydia Borchert (20), Kathrin Seidensticker (24) und Marco Piewek (23) aus Erfahrung - nämlich mit freundlicher Ansprache. Sie sind Mitglieder des Sommerparty-Teams und haben schon im Vorjahr nützliche Gegenstände unter das Jungvolk auf der Wiese gebracht. Der Empfang sei in der Regel freundlich, Müllbeutel und Aschenbecher werden gern genommen, berichten die drei. „Mir ist es noch nicht passiert, dass ich angepöbelt wurde“, sagt Lydia. Gefährlichen Situationen sollen die Ehrenamtler bewusst nicht aussetzen.
Aus Kathrins Sicht ist es von Vorteil, dass die drei Studenten auf Augenhöhe mit den Jugendlichen reden können. Der erhobene Zeigefinger kommt dabei nicht zum Einsatz, betont Marco: „Wer versuchen Eigenverantwortung zu wecken, damit sie den Platz in vernünftigem Zustand hinterlassen.“ Dieses Bemühen könnte den Parkbesuchern aber auch leichter gemacht werden, meinen die drei Studenten: Mit einer größeren Zahl von Mülleimern im Stadtgarten.
10:16
Und wer sammelt die gebrauchten ein???
Ansonsten eine gute Idee, wenn alles aber auch
ordentlich abgelagert wird!
14:20
Wo ein Wille ist, ist ein Gebüsch @1.
20:26
Kondome zum Gebrauch im Park?