Arrangements machten große Werke zugänglich

Esther Teuwen stammt aus Herdecke, studierte Lehramt Volksschule in Hagen und hatte ihre erste Lehrerstation in Ennepetal. Das hat ihr geholfen, als sie nach Grafenwald kam. „Die Kollegen haben auf Platt spekuliert, wie die Neue wohl so sei. Als ich ihnen sagte: Ich kann nicht so reden, aber ich kann euch verstehen, da gehörte ich sofort dazu.“

In ihrer Zeit in Grafenwald hat sie das Orchester nicht nur aufgebaut, sondern auch mit Repertoire versorgt, etwa mit Händels Wasser- und Feuerwerksmusik und auch Bachs Weihnachtsoratorium, also keineswegs nur leichte Kost. Sie hat die Werke der großen Musikliteratur hat sie musikalisch passend arrangiert für die Instrumente, die ihr Chor zur Verfügung hatte, und außerdem an die technischen Fähigkeiten der jungen Musiker angepasst, so dass die Musik „für sie spiel- und erfahrbar“ wurde. Dirigiert hat sie ihre Musiker von Orgel oder Klavier aus mit Blickkontakt und der eisernen Regel: „Niemals vom eingeübten Tempo abweichen. Dann fällt alles auseinander.“

Natürlich ist Begabung wichtig für einen jungen Musiker. Aber ohne Disziplin geht gar nichts, sagt Esther Teuwen. Und noch einen Wert hat sie ihren Schülern vermittelt: „Ein Orchestermusiker braucht Verantwortungsbewusstsein für das große Ganze und darf nicht nur glänzen wollen“.

Das musikalische Niveau, das sie vermitteln wollte, bezeichnet sie als „Breitensport mit Anspruch“, der ihren Chor immerhin bis zum Festival „Orgel Plus“ geführt hat, zu drei CD-Einspielungen und etlichen Konzerten bei Erstkommunionsfeiern, Schulgottesdiensten, Adventsfeiern oder Schulmessen. Und ehe jemand fragt: Natürlich hat Esther Teuwens Flötenchor auch das Wöllerlied drauf.