Arbeitsalltag im Dreivierteltakt

Neben den Gesellschaftstänzen gehören auch Partytänze zum Programm im Schnupperkurs. Im Nu lernen die Jugendlichen die ersten Schritte.
Neben den Gesellschaftstänzen gehören auch Partytänze zum Programm im Schnupperkurs. Im Nu lernen die Jugendlichen die ersten Schritte.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Marcel Kuzminska arbeitet als ADTV-Tanzlehrer im „Tanzpunkt Bottrop“. Als Jugendlichererlernte er hier selbst die ersten Schritte auf dem Parkett.

Bottrop..  Sein Leben pulsiert meist im Dreiviertel- oder Viervierteltakt, Salsa und Boogie gilt seine persönliche Vorliebe. Doch als Tanzlehrer unterrichtet Marcel Kuzminska natürlich alle Gesellschaftstänze, egal ob Walzer, Tango, Quickstepp, Rumba, Jive oder Cha Cha Cha. „Es macht so viel Freude, Menschen in Bewegung zu bringen“, meint der 29-Jährige. Seit Anfang des Jahres ist er zurück in „seiner“ alten Tanzschule, in der er einst auch selbst die ersten Tanzschritte lernte - im „Tanzpunkt Bottrop“ von Peter Frank.

Und das, obwohl er mit Tanzen eigentlich nichts zu tun haben wollte und von seiner Mutter als 13-Jähriger einfach zum Unterricht angemeldet und „hingeschickt“ worden war. „Zunächst war ich etwas überfordert, Arme und Beine gleichzeitig zu bewegen. Aber gleich die erste Stunde hat so viel Spaß gemacht, dass mich das Tanzen nie mehr losgelassen hat“, erzählt Kuzminska schmunzelnd. „Ich kann mich nicht erinnern, all die darauffolgenden Jahren einen Tag nicht hier gewesen zu sein.“

Mit 17 stand für Marcel Kuzminska fest, das Tanzen zum Beruf zu machen, und er startete seine Ausbildung zum ADTV-Tanzlehrer tatsächlich dort, wo er selbst bis dahin noch Tanzschüler war und heute Tanzlehrer ist - eben im Tanzpunkt Bottrop bei Peter Frank.

„Spaß am Tanzen reicht jedoch nicht aus, um Tanzlehrer zu werden“, stellt Kuzminska klar. „Man setzt sich mit den technischen Feinheiten auseinander, muss sich in Unterrichtstheorie, Animation und Moderation auskennen und pädagogische Fähigkeiten mitbringen.“

Als Tanzlehrer müsse man natürlich dann arbeiten, wenn andere Freizeit haben, der Kursbetrieb läuft von 15 bis 22 Uhr. Kinder- und Gesellschaftstanz, Hip Hop, Zumba, Hochzeitskurse - es gibt nichts, was Marcel Kuzminska nicht unterrichtet. Doch privat - wenn er mal dazu kommt - tanzt er am liebsten Salsa und Boogie. Der Trend zu tanzen ist mal mehr, mal weniger stark.

„Inzwischen kommt die Jugend wieder gern, sie genießt es sich schick zu machen“, stellt der Tanzlehrer fest. Viele Stammkunden gäbe es, aber man lerne auch immer wieder neue Menschen kennen. „Es ist wunderbar zu erleben, wie sich aus mitunter zunächst skeptischen Kursteilnehmen schnell total begeisterte Tänzer entwickeln.“

Nach fünf Jahren Arbeit in einer Tanzschule in Mettmann („Ich wollte mal über den Tellerrand schauen“) ist Marcel Kuzminska im Januar in die Tanzschule Frank zurückgekehrt - zunächst „nur“ als Tanzlehrer, doch mit der Option ab kommenden Jahr die etablierte Tanzschule gemeinsam mit Peter Frank zu führen.

Und was macht einer, der anderen die Freizeit gestaltet, in seiner eigenen Freizeit? „Ich lebe für den Betrieb“, stellt Marcel Kuzminska fest. „Aber wenn ich mal Zeit habe, fahre ich gern Motorrad oder gehe mit meinem Hund spazieren.“

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