Anwohner kritisieren die Pläne zur Rettung vom Alpincenter

Die Stützpfeiler waren die erste Maßnahme, die das Alpincenter stabilisieren sollte.. Geschäftsleiter Harold van Kranen erklärt 2011 die Vorgehensweise.
Die Stützpfeiler waren die erste Maßnahme, die das Alpincenter stabilisieren sollte.. Geschäftsleiter Harold van Kranen erklärt 2011 die Vorgehensweise.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Um das Alpincenter Bottrop zu retten, soll die Halde aufgeschüttet werden. Anwohner sind skeptisch: Sollen so Fehler der Vergangenheit behoben werden?

Bottrop.. Die geplante Aufschüttung der Halde um das Alpincenter zu sichern, sie beschäftigt auch die Anwohner des Johannestals. In den Augen der Bürgerinitiative werden die Interessen und der Anwohnerschutz „mit den geplanten Maßnahmen ignoriert.“

Für sie stellt sich die Situation so dar, als dienten die geplanten Anschüttungen dazu, „die Fehler der Vergangenheit eventuell zu beheben“. Mit der Folge, dass die Anwohner nun über Jahre hinaus massiv in ihrer Lebensqualität eingeschränkt würden. „Geplant sind für die nächsten zwei bis drei Jahre bis zu 50 Lkw-Fahrten pro Tag plus die Bagger, Raupen und sonstige Fahrzeuge, um diese Mengen Material überhaupt bewältigen zu können“, heißt es in einer Stellungnahme der Initiative.

Mit Blick auf das geplante Windrad verweisen die Anwohner auf ein Gutachten des Alpincenters selbst aus 2011. Darin schreibt der Gutachter zum Thema Anschüttung von einer „wahrscheinlichen Stabilisierung“. Zu diesem Zeitpunkt sei aber das Thema Windrad noch gar nicht diskutiert worden.

"Schließlich wäre es die größte Skihalle der Welt"

Zumal die Fehler aus Sicht der Anwohner bereits in der Vergangenheit gemacht wurden. Schon als es um die Genehmigung des Baus der Skihalle ging, seien die Bedenken vorgetragen worden. Der Vorwurf der Anwohner: Damals habe die Stadt die Möglichkeit gesehen, den nötigen Strukturwandel in Form der Freizeitindustrie darzustellen – „schließlich wäre dies die größte Skihalle der Welt mit deutlich strahlender Außenwirkung“.

Im Nachhinein, so die harsche Kritik der Anwohner, wolle sich niemand die Blöße geben, „zuzugeben, dass die Entscheidung für den Bau des Alpincenters eine Fehlentscheidung war“. Und seither werde die Stadt immer wieder mit neuen Forderungen „erpresst“. Dann verweisen die Anwohner auf Maßnahmen – wie etwa den Parkplatzbau auf dem Plateau – bei denen zum Teil erst im Nachhinein die Baugenehmigung erteilt worden sei.

"Schließung oder Totalsanierung oder Neubau der Skihalle"

Aus Sicht der Anwohner hilft mit Blick auf die vergangenen 14 Jahre nur die Radikallösung: „Schließung oder Totalsanierung oder Neubau der Skihalle nach den neuesten ökologischen Gesichtspunkten“. So könne über die nächsten 20 Jahre hinaus die Freizeitstätte erhalten bleiben. „Alles andere ist immer wieder nur ein Flickenteppich, der zulasten der Anwohner geht und dem Image der Stadt Bottrop schadet.“

Die Diskussion im Internet

Die Frage nach der Standfestigkeit von Halle und Halde verbinden viele Leser mit der Frage nach dem Windrad. „Auf der einen Seite warnen Experten schon seit Jahren vor Risiken und berichten in dramatischer Weise, dass das Alpincenter kurz vor der Schließung steht und auf der anderen Seite bringt die Verwaltung das Verfahren zum Bau des Windrades in Gang“, warnt ein Leser auf WAZ.de. Ähnliche Bedenken äußern Leser auch auf der Facebook-Seite der WAZ: „Und da wollen die dann auch noch ein Windrad bauen? Verantwortungslos ist das.“

Andere gehen sogar noch weiter, stellen das Alpincenter als Ganzes in Frage, ebenso dessen Bedeutung für den Strukturwandel. So kritisiert ein Leser im Internet, dass für einen gelungenen Strukturwandel eigentlich „produzierendes Gewerbe“ angesiedelt müsste. Dafür bekommt er Zustimmung. Dann man dürfe nicht immer wieder „undifferenziert“ Arbeitsplätze auflisten. „Minijobs sind keine Arbeitsplätze. Sie kaschieren nur die Arbeitslosenstatistik“, so die vehement vorgetragene Meinung eines Lesers. Auch bei Facebook fordert eine Leserin dazu auf, „einen Strich unter das Experiment“ zu machen. Genereller Kritik etwa am „ökologischen Irrsinn“ üben auch einige Leser.

Es gibt aber auch positive Stimmen, die sich für das Alpincenter stark machen. Das habe nämlich, so eine Stimme bei Facebook, aus einer sonst unbrauchbaren Gegend einen Anziehungspunkt im Ruhrgebiet gemacht, „für alle, die sich nie hierher verirrt hätten“. Ein andere Leser hofft ausdrücklich, dass die Halle erhalten bleibt.