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Anschluss an die Nachbarn

04.01.2010 | 17:22 Uhr
Anschluss an die Nachbarn

Bottrop. Zumindest ein Szenario sieht vor, dass Bottrop wieder einen Direktanschluss an Recklinghausen bekommt und die Verbindung nach Oberhausen verlängert wird bis zum Duisburger Süden.

Aus Nahverkehrsplänen und Überlegungen des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr für die fernere Zukunft könnte Bottrop den direkten Zug-Anschluss an zwei Städte erhalten: mit der verlängerten RB 44 über Oberhausen hinaus nach Duisburg (Süd) und - zur anderen Seite - ebenfalls durch diese Regionalbahn nach Recklinghausen.

Mit dem Zug von Bottrop über Gladbeck, Westerholt, Herten nach Recklinghausen - das geht seit 1983 nicht mehr. Damals wurde dieser Streckenabschnitt für den Personenschienenverkehr still gelegt. Daran könnte sich etwas ändern - auch wenn es nicht mehr als ein Szenario für die Jahre nach 2030 ist.

Um das spärliche Angebot an attraktiven Schienenverbindungen im nördlichen Ruhrgebiet zu verbessern, schlägt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) eine Reaktivierung der Hamm-Osterfelder Eisenbahnstrecke für den Personenzugverkehr vor.

Zwischen den Städten Recklinghausen, Herten, Gladbeck und Bottrop verkehren heute nur Busse mit Umsteigeverbindungen, die von den Reisezeiten her nicht konkurrenzfähig sind gegenüber dem Auto.

Vom Bottroper ZOB z.B. sitzt man zunächst 43 Minuten im SB 91 bis Gelsenkirchen-Buer und muss dann noch 37 Minuten mit dem 249-er bis zum Hauptbahnhof Recklinghausen fahren - Wartezeit beim Umsteigen nicht eingerechnet.

In einem Gutachten aus dem Jahr 1999 wurden für den Zug nach Recklinghausen unter Berücksichtigung eines stündlichen Angebotes immerhin cirka 3000 Fahrgäste am Tag, davon ca. 1500 Neufahrgäste ermittelt.

Die Chancen auf Umsetzung der Idee sind allerdings nicht groß, schon aus finanziellen Gründen. Gleichwohl gibt es konkrete Vorstellungen darüber, wie das Zugangebot trotz engen Finanzrahmens neu geordnet oder gar ausgebaut werden könnte.

S-Bahn alle halbe Stunde

Reaktivierung kann da andererseits auch bedeuten: Reduzierung. Zum Beispiel Taktreduzierung auf der S-Bahn-Linie 9, die bislang einmal stündlich von Essen über Bottrop Hbf und Buer Nord nach Haltern fährt (und ansonsten zweimal in der Stunde in Bottrop endet). Durch die Reduzierung des 20-Minuten-Taktes auf eine halbstündliche Bedienung auf der Stammstrecke Wuppertal-Essen-Bottrop könnten frei werdende Kapazitäten genutzt werden für eine Verbindung z.B. von Buer Nord über Westerholt und Herten nach Recklinghausen.

Kein Drama für die S-Bahn auf der Nordstrecke: Die Fahrgastzahlen hätten gezeigt, dass nur an den Haltepunkten Borbeck, Steele, Kupferdreh, Velbert-Langenberg, Velbert-Neviges und Wuppertal-Vohwinkel mehr als 1000 Fahrgäste täglich ein- und aussteigen. Für die übrigen Zwischenhalte sei eine Bedienung im 30-Minuten-Takt angemessen.

Im Nordabschnitt wäre dann Platz für eine zweite Zugverbindung zwischen Essen und Dorsten, die optimalerweise sogar nach Coesfeld durchgebunden werden sollte.

Um die Mehrleistung zwischen Bottrop und Dorsten zu kompensieren, könnte die Regionalbahn 44 (Oberhausen-Bottrop-Dorsten) nicht nach Dorsten fahren und stattdessen nach Recklinghausen umgeleitet werden.

Für Lothar Ebbers vom Fahrgastverband Pro Bahn ist eine Verbesserung der Schienenverbindungen dringend notwendig. Die Hamm-Osterfelder Bahn sei Anfang der 1980er Jahre für den Personenverkehr aufgegeben worden: „Man wollte damals Vorrang schaffen für den Montan-Güterverkehr. Zudem brauchten nur wenige Menschen lange Anfahrtwege zur Arbeitsstelle auf der Schiene zurückzulegen." Inzwischen hätten sich die Rahmenbedingungen grundlegend verändert. Der Bedarf an Gütertransporten dieser Art sei deutlich zurückgegangen, die Pendlerströme dagegen deutlich angewachsen.

Von den Umweltfragen ganz zu schweigen . . .

Helga Pillar

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Kommentare
04.01.2010
23:26
Anschluss an die Nachbarn
von der orter | #3

Selbst wenn das mit den Zügen auch nur ansatzweise realistisch wäre, bringt das alles doch nichts, weil es die Bottroper Verkehrspolitik nicht gebacken kriegt, den Hauptbahnhof einigermaßen vernünftig an die Stadt anzubinden. Die Busanschlüsse klappen doch seit Jahren nicht.

04.01.2010
21:39
Anschluss an die Nachbarn
von ruhri10 | #2

ojeoje, und dann kommt bestimmt auch noch der immer wieder versprochene (wann eigentlich zuletzt) Tunnelstich bis zum Kaufland-ZOB. Muss man denn auch jeder Presseerklärung einen Artikel machen, Frau Pillar?

04.01.2010
18:14
Anschluss an die Nachbarn
von TheRealThomasS | #1

Die Haltestelle Duisburg Süd kenne ich nicht, ist damit Großenbaum gemeint? Buchholz? Rahm?

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