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Anrainer bauen auf Kulturkanal

26.07.2007 | 03:12 Uhr

Zehn Städte tüfteln an einer spannenden Reise entlang des Rhein-Herne-Kanals

WAZ-SERIE VORSCHLÄGE KULTURHAUPTSTADT 2010Er ist ein geschichtsträchtiger Verkehrsweg und eine Wasserstraße, die für Spaziergänger, Radler und Wassersportler Freizeitwert besitzt: Der Rhein-Herne-Kanal. Als kulturell attraktives Terrain ist der 45,6 km lange künstliche Wasserlauf bisher nicht aufgefallen. Das soll sich ändern, wenn das Kulturhauptstadtbüro die Pläne von zehn Kanal-Anrainerstädten für 2010 für förderwürdig erklärt.

"Die Chancen sind gut, weil es ein vernetztes Projekt ist", erklärt Kulturamtsleiter Dieter Wollek. "Die einzelnen Komunen haben kaum Chancen." Aber im Verbund, wenn alle Städte ihre Ideen in ein gemeinsames Projekt einbringen, könnte der "Kulturkanal" Wirklichkeit werden. Daher haben Duisburg, Oberhausen, Bottrop, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Recklinghausen, castrop-Rauxel, Waltrop und Datteln im Jahr 2006 eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, um eine "spannende Kanalreise von West nach Ost durch die neue Metropole Ruhr" zu organisieren. Die Federführung hat Herne übernommen.

Auf seiner ganzen Länge soll der Kanal 2010 an seinen Ufern Erlebnisse für Auge und Ohr, Sehenswertes und Informatives bieten. Die AG der Anrainerstädte schlägt unter anderem Großfotos, Skulpturen, Piktogramme und künstlerisch gestaltete Uferzonen vor. Nicht nur zu Fuß oder mit dem Rad sollen die Besucher den Kulturkanal kennenlernen können. Im Kulturhaupt-stadtjahr soll ein Fahrgastschiff-Pendelverkehr die Standorte verbinden; daher wäre der Bau weiterer Ankerplätze nötig. Auch in Bottrop, wünscht sich Gerd Heinemann, stellv. Kulturamtsleiter.

Jede Stadt trägt ein Teil zum Programm bei. Bottrop will zwei Beiträge beisteuern, einen Rastplatz von Seltenheitswert und ein flächendeckendes musikalisches Programm unter dem Stichwort "Brückenkonzerte". Die Künstlerin Irmelin Sansen brachte im Vorfeld den Neandertaler-Rastplatz in Höhe der Einbleckstraße ins Gespräch, 1963 entdeckt von Arno Heinrich. Martin Walders, Leiter des Museums für Ur- und Ortsgeschichte, kann den Ort einordnen: Er gilt als der älteste Steinzeit-Rastplatz des Ruhrgebiets; eine Bronzetafel weist auf die Funde hin, die seitdem im Museum zu sehen sind. Im Jahr 2010 soll auf dem bis dahin neu gestalteten Rastplatz am Kanalufer eine künstlerisch bearbeitete und bis zu zehn Meter hohe Nachbildung eines dort entdeckten Faustkeils in den Himmel ragen und signalisieren, dass es dort etwas zu entdecken gilt. Tafeln informieren über die älteste Migrationsgeschichte der Region, ein Bus-Shuttle bringt Interessenten zum Museum in die Innenstadt.

Die Idee der Brückenkonzerte, bei denen unter Bot-troper Regie sämtliche 49 Brücken des Rhein-Herne-Kanals musikalisch bespielt werden, verfolgt Gerd Heinemann: Auf und unter den Bauwerken - warum nicht auch auf schwimmenden Pontons? - musizieren Chöre, Orchester, Bands und Solisten aus dem Ruhrgebiet. Ein Passagierboot könnte auch während eines Konzerts vor Anker gehen und dann die Fahrt fortsetzen - Konzertreise auf dem Kanal. Spaziergänger und Radler sollen ihren Weg am Kanal unvermutet blockiert sehen durch ein Musikantentrio auf dem Weg, regt Heinemann darüber hinaus an.

Der Vorschlag zum Thema Kulturkanal, der dem Kulturhauptstadtbüro vorliegt, ist ausbaufähig durch weitere Projekte. Aber das Kulturamt wäre schon zufrieden, wenn sich bis Ende 2007 herauskristallisiert hat, ob das Konzept Aussicht auf Förderung hat. "Bottrop könnte Regie übernehmen für Brückenkonzerte"

Von Marie-Luise Schmand



Kommentare
13.08.2008
22:16
Anrainer bauen auf Kulturkanal
von Kurt Schönig | #1

Ja dieses jahr hat OB Frank B..... den Kanal wohl vergessen, so viel Unkraut hab ich am Kanal noch nie gesehen, Fahrad fahren fast unmöglich, schwimmen überhaupt nicht, entweder Brennessel, Himberren und Hundescheiße.
Ob die Erzbahn auch bald so aussieht ???

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