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Prozess

Anklage: 1,3 Millionen Euro Steuern hinterzogen

07.01.2016 | 18:07 Uhr
Anklage: 1,3 Millionen Euro Steuern hinterzogen
Foto: Ulrich von Born

1,3 Millionen Euro Steuern soll ein 35-Jähriger Geschäftsmann hinterzogen haben. Der Angeklagte hatte einmal vier Sonnenstudios besessen.

Der 35-Jährige aus Boy galt als erfolgreicher Geschäftsmann. Doch sein finanzieller Erfolg hängt vielleicht mit dem Delikt zusammen, das ihm seit Donnerstag vor dem Landgericht Essen vorgeworfen wird: Steuerhinterziehung.

Drei Jahre lang war er stolzer Besitzer von vier Sonnenstudios in Bottrop. Außerdem gehörte ihm ein Kurierdienst, den sein Bruder betrieb. Die Geschäfte liefen gut. Allerdings soll der 35-Jährige zwischen Mai 2012 und November 2014 keine Steuererklärungen für sein Gewerbe beim Finanzamt Bottrop eingereicht haben. Laut Anklage betrifft das Körperschaft-, Umsatz und Gewerbesteuer. Hinzu kommen Entnahmen aus einem Firmenkonto, das damals offiziell nicht bekannt gewesen sein soll. Diese privaten Entnahmen werden als Hinterziehung der Einkommensteuer gewertet.

In einer zweiten Anklage wirft die Staatsanwaltschaft dem 35-Jährigen außerdem Betrugstaten vor. Er soll Leasingautos unterschlagen haben. Bevor er die Firma 2014 weiterverkaufte, soll er die Fahrzeuge geordert haben. Kurzerhand hätte er sie verschwinden lassen und zu Geld gemacht. Keine billigen Wagen. Um zwei Mercedes Sprinter ging es laut Anklage, aber auch um einen Porsche Panamera. Die beiden Sprinter tauchten später bei einem Autohändler in Polen wieder auf.

Früher Geständnis, heute Schweigen

Im Ermittlungsverfahren hatte der Angeklagte sich schnell kooperativ gezeigt und die Steuervorwürfe eingeräumt. Am Donnerstag regte sein Verteidiger Stephan Prinz an, ob man sich nicht vorab auf eine Strafe einigen könne, doch mit diesem Vorschlag stieß er auf keine Gegenliebe. Die Staatsanwaltschaft betonte, dass für sie keine Bewährungsstrafe in Frage komme. Und auch Richter Edgar Loch, Vorsitzender der I. Essener Wirtschaftsstrafkammer, meinte, dass dieser Fall für Einigungsgespräche nicht geeignet erscheine.

So verzichtete der Angeklagte darauf, Stellung zu den Vorwürfen zu nehmen. Er zog es vor, am ersten Verhandlungstag zu schweigen. So vernahm die Kammer lediglich einen Zeugen. Für diesen Fall hat sie zwei weitere Tage terminiert.

Stefan Wette

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2016-01-07 18:07
Bottrop