Anbauverbote sind für die Zukunft fatal

Das Europäische Parlament hat Anfang Januar einen Kompromisstext angenommen, der es den Mitgliedstaaten erlaubt, Anbauverbote für gentechnisch veränderte Pflanzen innerhalb ihres Hoheitsgebiets zu erlassen. Die Bottroper Europaabgeordnete Dr. Renate Sommer (CDU) kritisiert jetzt diese Entscheidung. Nationale Anbauverbote widersprächen der wissenschaftlichen Basis für den Umgang mit GVO in der EU und verletzten das Prinzip des Binnenmarktes.

„Wir haben in der EU die weltweit strengsten Kriterien für die Zulassung und den Anbau gentechnisch veränderter Lebens- und Futtermittel“, erklärt sie und weist auf strenge Kontrollen und Abstandsregeln in der EU hin. Wenn Mitgliedstaaten jetzt dennoch den Anbau von genveränderten Pflanzen verbieten könnten, würden wissenschaftliche Grundsätze und das Prinzip des Binnenmarktes verletzt, so Sommer.

Für den Forschungs- und Entwicklungsstandort Europa sei diese Entscheidung fatal, denn auch Forschungstätigkeiten könnten mit dem Anbauverbot verboten werden. Dabei sei die Grüne Gentechnologie eine der Zukunftstechnologien. Im übrigen sei Europa längst abhängig von gentechnisch veränderten Futtermitteln aus Amerika.

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