Anbau an der Hünefeldstraße muss komplett weg

Die Rückwand des Anbaus – auf dem vorderen Giebel kann man die Aufschrift „Mehllager“ erahnen – hieltdem Wind nicht stand.
Die Rückwand des Anbaus – auf dem vorderen Giebel kann man die Aufschrift „Mehllager“ erahnen – hieltdem Wind nicht stand.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nachdem die Stadt als erste Maßnahme nach dem Wandeinsturz einen Teilabriss angeordnet hat, muss nun alles weg. Auswirkungen aufs Haupthaus sind unklar.

Bottrop..  Der Anbau der verwahrlosten Immobilie an der Hünefeldstraße muss komplett abgerissen werden. Das hat die Bauaufsicht nun angeordnet. Der Eigentümer des Gebäudes muss den Anbau nun so schnell wie möglich verschwinden lassen.

Wie berichtet hatten die starken Windböen am Montagnachmittag die Rückwand des Gebäudes einstürzen lassen. Als eine erste Maßnahme musste der Eigentümer einen Teil des Gebäudes abreißen. Das hatte ein Statiker der Bauaufsicht vor Ort so verfügt. Dieser Teilabriss ist dann noch am Abend und in der Nacht zum Dienstag über die Bühne gegangen.

Doch die erneute Begutachtung durch den Statiker der Bauaufsicht hat am gesamten Anbau „statische Probleme“ ausgemacht, so Stadtsprecher Andreas Pläsken. Die Folge: Es muss komplett weg. „Wir haben den Totalabriss des Anbaus verfügt, der muss nun sehr schnell erfolgen.“ Das gilt aber nun für den Anbau. Inwieweit die Stadt nun weitere Möglichkeiten hat, auch beim Haupthaus aktiv zu werden, müsse die Bauaufsicht prüfen.

Doch Pläsken verweist auf die Schwierigkeiten in solchen Fällen. Handele es sich doch auch bei verwahrlosten Immobilien immer noch um Privatbesitz, und die Stadt könne nur eingreifen, wenn von dem Gebäude eine Gefahr ausgehe. Ob der Einsturz von Teilen des Anbaus dann auch einen Eingriff am Haupthaus rechtfertigt, sei nicht klar. Zumal am Haupthaus ja immer mal wieder kleinere Arbeiten und Reparaturen durchgeführt worden waren – oftmals auf Druck der Bauaufsicht.

Allerdings muss der Besitzer des Hauses den Einsatz des Kommunalen Ordnungsdienstes und der Bauaufsicht bezahlen. Den stellt die Stadt ihm in Rechnung. Das gelte jedoch nicht für den Feuerwehreinsatz, sagt der Stadtsprecher. Um den Hausbesitzer dafür zur Kasse bitten zu können, müsse ihm Vorsatz oder aber zumindest Fahrlässigkeit nachgewiesen werden können. So handele es sich aber um einen Sturmeinsatz der Feuerwehr.

Auch strafrechtlich dürfte auf den Hausbesitzer nichts zukommen. Zwar ermittelt die Polizei, ob der Anfangsverdacht einer Straftat bestehe, doch das sei in solchen Fällen üblich, sagt Polizeisprecher Michael Franz. Anzeichen dafür gebe es bisher nicht. „Bis jetzt gibt es keinen Hinweis, dass der Fall strafrechtlich relevant ist.“ Das wäre lediglich der Fall, wenn eben Vorsatz oder Fahrlässigkeit nachgewiesen würden. So sei es eine „ordnungsrechtliche Geschichte“ und damit liege die Sache bei der Stadt, sagt Franz.

Die Ziegel waren am Montag auf einen angrenzenden Garagenhof gestürzt und hatten dort auch die Zufahrt blockiert, Verletzt wurde glücklicherweise niemand.