Am Tetraeder in Bottrop fahren Künstler eine Extraschicht

2010 war die Landmarke des Ruhrgebiets auch Spielort der Extraschicht.
2010 war die Landmarke des Ruhrgebiets auch Spielort der Extraschicht.
Foto: Hans Blossey
Die Landmarke des Ruhrgebiets ist am Samstag Spielort der „Nacht der Industriekultur. Die Halde soll zum zauberhaften Ort werden, an dem Raum und Zeit vergessen werden.

Bottrop.. Die Tetraeder-Halde verwandelt sich am Samstagabend in eine einzige Bühne. Die Erhebung an der Beckstraße ist der diesjährige Spielort der Extraschicht in Bottrop. Zwischen 18 und 2 Uhr bieten die Folkwang Universität der Künste, die „Firedancer“ – also die Feuertänzer – und das MoRa-Theater ein Nachtprogramm an der Bottroper Landmarke.

„Die Poesie der Zeit“ lautet das Thema der Nacht rund um den Tetraeder. Die Veranstalter wollen einen zauberhaften Ort erschaffen, „an dem Zeit und Raum keine Rolle mehr spielen“. Schon am Eingang tauchen die Besucher ein in die Welt der Mythen: Pan und seine Elfen führen hinauf auf den Berg – vorbei an dem „verrückten Uhrmacher“, Musikern und anderen Walking Acts - Schauspielern, die eben nicht auf einer Bühne agieren, sondern sich stattdessen unter die Besucher mischen.

Dank für viele Uhrenspenden

Die Gäste kommen – sofern sie mit den Sonderbussen unterwegs sind – am Parkplatz an der Beckstraße an. Dort ist die Haltestelle eingerichtet, von der es zum Haldenaufstieg geht. Der Fußweg führt durch das kleine Wäldchen am Fuß der Halde. Ausdrücklich wird im Programmheft darauf hingewiesen, dass die Besucher festes Schuhwerk tragen sollten. Alle anderen Wege und Zufahrten bleiben an diesem Abend gesperrt.

Insgesamt sind nach Angaben der Stadt 150 Mitarbeiter in das Projekt eingebunden, darunter Künstler, Ordner und Techniker. „Eine solche Größenordnung wäre freilich ohne die Unterstützung unserer Sponsoren in diesem Jahr möglich gewesen“, sagt Kulturamtsleiter Dieter Wollek.

Dem Motto des Abend folgend verwandelt ein verrückter Uhrmacher die Halde in einen Wald der Uhren. Dafür haben viele Bürger ausrangierte Zeitmesser gespendet. Insgesamt 60 Uhren fanden den Weg in den Uhrenwald der Extraschicht und bieten am Samstagabend dem verrückte Uhrenmacher ein wunderschönes, aber chaotisches Zuhause. Weil diese künstlerische Projekt inzwischen über ausreichend Requisite verfügt, werden nun keine weiteren Uhrenspenden mehr benötigt, heißt es beim Kulturamt.

Zum siebten Mal gibt der Tetraeder den Spielort für die Extraschicht ab. Die Organisatoren haben es sich auch diesmal nicht leicht gemacht. Projektmanagerin Johanna Kuhlmann von der Ruhr Tourismus GmbH: „Wir wissen, dass dieser Ort mehr Aufwand und Organisation erfordert, als zum Beispiel der Bernepark.“ Dafür findet die Extraschicht dann aber auch an einer der bedeutenden Landmarken des Ruhrgebiets statt und bietet den Besuchern neben dem Programm den traumhaften Blick über das nächtliche Bottrop und die Region.

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