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Am Montag ziehen Flüchtlinge in den Saalbau

15.01.2016 | 18:02 Uhr
Am Montag ziehen Flüchtlinge in den Saalbau
460 solcher Betten haben ehrenamtliche Rot-Kreuz-Helfer zusammengeschraubt. Sie finden im Saal und in den Sitzungs- und Besprechungszimmern Platz.Foto: Winfried Labus

Bottrop.   Noch arbeiten in der ehemaligen Stadthalle die Handwerker. Vor allem die Duschräume bleiben noch eine Weile eine Baustelle. Die neue Nutzung ist nicht mehr zu übersehen

Die 460 Betten stapeln sich noch zum Teil ungeordnet in den Räumen. Die Handwerker sind bei der Arbeit, und die Zeit drängt. Am kommenden Montag ziehen die ersten Flüchtlinge in den Saalbau ein. Bis kurz vorher – und wahrscheinlich auch noch während die ersten Bewohner schon da sind – wird noch gewerkelt. Maximal 481 Flüchtlinge können hier unterkommen. Anfangs war von bis zu 600 die Rede, doch die Brandschutzbestimmungen ließen nicht mehr als 481 zu, wie Sozialdezernent Willi Loeven feststellt.

Die größte Baustelle sind im Moment noch die Waschräume. Toiletten gab es dort zwar schon vor dem Umbau, doch wurde in dem Bereich nun eine Wand zu der ehemaligen Großküche durchbrochen, damit zusätzliche Duschräume entstehen können. Trockenbauer, Fliesenleger und Klempner sind im Einsatz. Als Provisorium stehen Duschcontainer vor der Tür. Sie werden in den ersten Wochen des Betriebs überflüssig, so Jennifer Metzlaff vom Deutschen Roten Kreuz, das die Unterkunft leiten wird.

Eine Küche ist künftig nicht mehr nötig, die Verpflegung wird im DRK-Haus Rottmannsmühle zubereitet und zum Saalbau gebracht. „Die Essensausgabe findet im ehemaligen Casino statt“, sagt DRK-Geschäftsführer Uwe Rettkowski. Dort gebe es eben optimale Bedingungen dafür.

In zwei Etappen können die Gäste – so nennt das DRK die Bewohner – hier später frühstücken, mittag- und abendbrotessen. Für Loeven ist das mit ein Grund, warum man sich seitens der Stadt letztlich für den Saalbau als Unterkunft entschieden hat. In Turnhallen gebe es solche Möglichkeiten nicht. Ganz zu schweigen davon, dass für diese Zahl an Flüchtlingen drei Turnhallen hätten belegt werden müssen.

Im großen Saal ist die Bühne abgebaut, im Zuschauerraum werden Bauzäune aufgestellt, so sollen später Abteile abgetrennt werden. „Die betreten wir nicht, dafür sind die Gäste selbst zuständig“, erklärt Rettkowski. Schließlich gehe es auch um ein Stück Privatsphäre. Die Emporen im Saal bleiben erhalten, sie erleichtern die Aufteilung des Raums und das Anbringen von Sichtschutz.

Möglichkeit, zu separieren

Auch die Sitzungs- und Besprechungszimmer werden als Schlafräume hergerichtet. Hier können alleinreisende Frauen mit Kindern untergebracht werden. In den Künstlergarderoben mit separaten Waschmöglichkeiten können Krankenzimmer entstehen. „Hier haben wir erstmals die Möglichkeit, zu separieren“, sagt Loeven.

Das Foyer dient in beiden Etagen als Aufenthaltsraum, es entstand zudem ein Info-Center. „Gemeinsam mit der Awo machen wir hier Angebote“, sagt Rettkowksi, der dabei an Sprachunterricht und Beschäftigung für Kinder denkt. Dafür stehen Kindergartenmöbel parat, die das DRK organisieren konnte.

Neben den größeren Baustellen gibt es zahlreiche Kleinigkeiten, die bedacht werden müssen. Die Notkarten mit Informationen über Fluchtwege und Notrufe hängen inzwischen nicht mehr nur auf Deutsch an den Wänden. Es gibt sie in englischer und französischer Sprache, auf arabisch und in kyrillisch. Ebenfalls neu: An den Wänden und Eingängen hängen Spender zur Händedesinfektion. Und auch das Treppengeländer musste verändert werden, es war zu niedrig. Der alte Saalbau hatte in dem Fall noch Bestandsschutz, doch mit der neuen Nutzung fiel der weg. Also musste eine Erhöhung angeschweißt werden.

Die Kosten für den Umbau seien noch nicht endgültig zu beziffern, sagt Loven. Er spricht von einer „deutlich sechsstelligen Summe.“

Was auffält: An manchen Stellen wird die ursprüngliche Nutzung des Saalbaus noch sichtbar. An einer Pinnwand hängt ein Plakat für das letzte Weihnachtskonzert des Männerquartetts, an anderer Stelle steht ein Aufsteller, der Kinder zum Malen eigener Verkehrsschilder auffordert – ein Überbleibsel des Verkehrssicherheitstags. Und die Nutzung der Garderobe kostet immer noch einen Euro.

Matthias Düngelhoff

Kommentare
17.01.2016
10:43
Am Montag ziehen Flüchtlinge in den Saalbau
von CAESARO | #2

...Und die Nutzung der Garderobe kostet immer noch einen Euro - für unsere Gäste?
Das ist ja kaum zu glauben!

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2016-01-15 18:02
Bottrop