Am Ende wartet der Muskelkater

Außerhalb der Alpincenter-Halle erstreckt sich ein Klettergarten, der von April bis zum Herbst Spaß für Groß und Klein bietet.

Mit zitternden Knien stehe ich vor einer Stahlseilleiter, die mich auf eine Höhe von zehn Metern bringen soll. Zwar werde ich vorher durch Gurte gesichert, hänge an einem Seil, dennoch meldet sich meine Höhenangst.

„Wenn man fällt, ist es wie bei einem Sicherheitsgurt im Auto“, erklärt Thomas Bonnemeier, stellvertretender Leiter der Ski- und Sportschule des Alpincenters. „Durch einen Ruck klemmt der Gurt fest und so kann nichts passieren. Man ist, und das ist das besondere an unserem Klettergarten, durchgehend gesichert. Über Schienen läuft das Sicherungssystem dann die ganze Zeit mit.“

Dennoch sind Mindestanforderungen gestellt: Eine Größe von 1,30 Metern und ein Gewicht von 30 Kilogramm müssen erreicht sein. Außerdem erfolgt vor dem Klettern ein Check, um auszuschließen, dass man zum Beispiel an Herz- oder Muskelproblemen leidet.

Ich erreiche die erste Plattform, wo der eigentliche Parcours beginnt. Über eine Wand aus Netzen hangele ich mich zur nächsten Plattform. Mein Herz rast. Unter mir ist nichts. Ich nehme die erste Hürde, es werden sieben weitere folgen. Während ich über Schaukeln aus Autoreifen klettere, frage ich mich, ob die jährlich rund 4500 Besucher genauso viel Angst haben wie ich.

Vollmondklettern in Planung

„Unser Klettergarten ist der einzige mobile in Deutschland, also abbau- und transportierbar“, so Bonnemeier. „Wir bieten vom Kindergeburtstag bis hin zu Teambuilding-Maßnahmen alles an.“ Auch Vollmondklettern sei in Planung.

Nachdem ich eine wackelige Brücke, ein einfaches Seil und frei hängende Holzlatten überquert habe, bin ich wieder am Anfang des Parcours angelangt. Nur noch die Leiter runter, dann habe ich endlich wieder Boden unter den Füßen.

„Ich habe mindestens 90 Flüche gezählt“, lacht mir Bonnemeier entgegen. Eigentlich braucht man für den Rundgang etwa 15 Minuten, ich brauche 45. Es wären wahrscheinlich mehr Flüche geworden, hätte ich zu dem Zeitpunkt schon gewusst, was für einen Muskelkater ich die nächsten Tage haben werde. Trotzdem bleiben am Ende zwei Dinge übrig: schmutzige Hände und ein atemberaubendes Gefühl.