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Am Ende flossen Tränen

26.02.2016 | 09:00 Uhr
Am Ende flossen Tränen
Die Schüler der zehnten Klasse des Heinrich-Heine-Gymnasiums hörten den Referenten der Polizei, der Feuerwehr und der Seelsorge ergriffen zu.Foto: Winfried Labus

Bottrop.   Einsatzkräfte schildern Heine-Schülern die Wirklichkeit am Unfallort. Polizisten und Feuerwehrleute zeigen Fotos und nachgestellte Schockvideos.

Sichtlich getroffen, gerührt und schockiert saßen die Schüler der zehnten Klasse auf ihren Plätzen der Aula des Heinrich-Heine-Gymnasiums. Das Projekt „Crash Kurs NRW“ stellte am Donnerstagmorgen die Folgen von fahrlässigem Verhalten im Straßenverkehr vor. Kräfte der Polizei, der Feuerwehr und der Seelsorge schilderten ihre Einsatzerfahrungen und persönlichen Empfindungen, was das Geschehen plötzlich zum Greifen nahe rückte. Die Schüler sahen Bilder von Unfällen, betrachteten nachgestellte Crash-Videos mit Verletzten und Toten.

Hintergrund
„Crash Kurs NRW“ will Jugendliche erreichen

35 Veranstaltungen organisiert das Projekt „Crash Kurs NRW“ in verschiedenen Städten, die im Bezirk des Polizeipräsidiums Recklinghausen liegen.

Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen verursacht 19 Prozent aller Verkehrsunfälle. Ihr Bevölkerungsanteil liegt jedoch nur bei acht Prozent.

„Selbst wenn wir nur einen Jugendlichen damit erreichen, der durch das Projekt weniger rast, der den Alkohol vor dem Fahren weglässt oder sich bewusster verhält – dann haben wir etwas gewonnen“, ist sich Polizist Marco Langnickel sicher. „Wir wollen zeigen, wie wertvoll das Leben ist; Wünsche und Träume sollen verwirklicht und nicht durch einen Unfall zerstört werden“, ergänzte Verkehrssicherheitsberater Detlef Marks. Er leitete die Veranstaltung.

Autowracks, Unfallstellen und abgesplitterte Fahrzeugteile waren auf den Bildern zu sehen, welche die Helfer den Schülern mit bewegenden Geschichten präsentierten. „Unterwegs machte man sich Gedanken, was einen am Einsatzort erwartet. Genaueres war nicht bekannt; ich rechnete mit einem Knochenbruch oder einer Schürfwunde. Dem war leider nicht so“, erzählte Langnickel nachdenklich. Er beschrieb einen Zusammenstoß an der Osterfelder Straße mit tödlichen Folgen. „Die weiße Decke ist das Zeichen für einen verstorbenen Menschen“, erklärte er mit belegter Stimme das gerade an die Leinwand geworfene Foto.

Nachbereitung

Die Schüler hörten gefesselt zu und zeigten sich mitgenommen: Sie hielten die Hände vor der Mund, lehnten mit geschlossenen Augen aneinander oder verschränkten die Arme. „Die Einsatzkräfte sind Menschen, die mit Gefühlen kämpfen. Bestimmte Erlebnisse brennen sich bei ihnen ein“, sagte Marks. Und Feuerwehrmann Rene Heyse fügte mit ruhiger Stimme hinzu: „Auch unsere Familien hören von den Erlebnissen. Es ist nicht immer leicht.“

Foto: Winfried Labus

Die Helfer, die in farbigen Warnwesten auftraten, machten deutlich: Die Unfallursachen sind häufig erhöhte Geschwindigkeit, Alkohol- und Drogenkonsum oder eine Ablenkung. Und Fahrer unter 25 Jahren verursachen anteilig die meisten Unfälle.

Am Ende flossen auch Tränen. Um die Vorträge zu verarbeiten, bot das Gymnasium eine Nachbereitungs- und Fragerunde im Unterricht an.

Maximilian Hulisz

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2016-02-26 09:00
Bottrop