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Altes Fotos zeigen Bild vom einstigen Emschertal in Bottrop

26.03.2016 | 09:06 Uhr
Altes Fotos zeigen Bild vom einstigen Emschertal in Bottrop
Helmut Brus steht an der heutigen Bernemündung, in etwa an der Stelle, wo vor rund hundert Jahren das Foto entstand, das ihm das Archiv der Emschergenossenschaft zur Verfügung stellte.Foto: Abawi

Bottrop.   Emschergenossenschaft unterhält ein Archiv mit 200 000 Aufnahmen. Hier wurde auch Hobby-Forscher Helmut Brus fündig.

Bilder erzählen Geschichten. Heimatforscher Helmut Brus verbindet mit der Emscher in Bottrop eine ganz eigene Geschichte. Daher wandte er sich bei seiner Suche nach Fotomaterial an die Emschergenossenschaft. Der Wasserverband führt ein umfassendes Bildarchiv, das weit über 200 000 Fotos beinhaltet. Wenig verwunderlich also, dass Helmut Brus hier fündig wurde.

Seit er vor acht Jahren in den Ruhestand trat, ist der heute 66-Jährige als Familienforscher und Hobbyhistoriker unterwegs. „Ich sammle alles, was mit dem Stadtteil Bottrop-Ebel zu tun hat.“ Auslöser für seine Nachforschungen war ein ganz bestimmtes Bild, auf das er in Südfrankreich stieß. Darauf zu sehen: sein Urgroßvater Matteo auf der Zeche Prosper in Bottrop bei der Abteufung eines Schachtes.

Dieses Foto gab den Startschuss zu Recherchen über seine Familiengeschichte, die stark mit Ebel verbunden ist.

Stadtteil auf der Insel

Matteo Fort war 1910 als Wanderarbeiter aus Italien nach Ebel gekommen und hatte hier Arbeit als Steinhauer auf der Zeche Prosper gefunden. Ebel war damals d i e Zechenkolonie für die Bergarbeiter. Der Stadtteil liegt auf der Emscher-Insel zwischen dem Rhein-Herne-Kanal im Süden und der Emscher im Norden. Die Berne mündet hier in die Emscher.

Jahre später wanderte Brus‘ Urgroßvater mit seiner Familie aus dem Ruhrgebiet nach Südfrankreich aus. Eine Tochter aber blieb in Ebel. Es war die Großmutter von Helmut Brus, die damit einen Zweig der Familie in Bottrop verankerte.

106 Jahre in Ebel

Erst viele Jahre später, auf einem Besuch bei seinen Verwandten in Südfrankreich, entdeckte Helmut Brus das Bild seines Urgroßvaters auf der Zeche in Bottrop und begann mit seinen Nachforschungen. „Bereits seit 1910 wohnt meine Familie ununterbrochen in Ebel, das sind nun 106 Jahre.“

Brus hält Vorträge über seine Recherchen und bleibt unterdessen immer auf der Suche nach Bildmaterial. An die Emschergenossenschaft hatte er sich unter anderem mit der Bitte nach Fotos gewandt, welche die Bernemündung in den Jahren 1912 und 1920 zeigen.

„Unser Bildarchiv verfügt über ein analoges und zwei digitale Archive“, erklärt Petra Baumers, die die Sammlung der Emschergenossenschaft verwaltet. Sie registriert Anfragen nach Bildern nicht nur von internen Mitarbeitern, sondern vor allem von der Presse, von Museen und eben auch von Heimatforschern wie Helmut Brus.

Handelt es sich um aktuelle Aufnahmen, können sie aus der digitalen Datenbank herausgesucht werden. Schlagwörter, die Petra Baumers zu jedem Foto in die Datenbank setzt, erleichtern das Auffinden. Aber auch die alten Glasplattenfotos, die zum Teil noch aus der Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts stammen, sind bereits in die elektronische Datenbank eingepflegt worden. Kleinbilddias werden dagegen noch auf die herkömmliche Weise in einem Lager aufbewahrt.

Auch die von Helmut Brus gesuchten Bilder konnten aufgestöbert werden. Mittlerweile hat der Hobby-Historiker sie von der Emschergenossenschaft als Ausdrucke erhalten. Die Fotos der Bernemündung aus dem frühen 20. Jahrhundert zeigen die beiden Flüsse Berne und Emscher in ihren damaligen Zuständen: Weder gab es ein Betonkorsett noch irgend eine Art von Uferbefestigung.

Emscherkunst

Seinerzeit bahnte sich die Emscher unbegradigt ihren Weg durch die hiesigen Bruchlandschaften. Das Wasser plätscherte unkontrolliert vor sich hin, auch an jenem Ort, der sich heute BernePark nennt, der mit seiner Gastronomie, den zwei kreisrunden Becken und dem Parkhotel 2010 im Rahmen der Emscherkunst entstanden ist und eine offene Parkanlage für die Bürger bildet. Zuvor arbeitete hier über Jahrzehnte eine Kläranlage - die beiden runden Becken sollen bewusst davon Zeugnis geben.

Die Emschergenossenschaft legt auf die Pflege und Erweiterung ihres Bildarchivs großen Wert. Denn ohne dieses dokumentarische Material gingen bildhafte Vorstellungen über den einstigen Zustand des Emschertals wieder verloren. Und auch für Helmut Brus hatte das Archiv ein weiteres Puzzleteil zu bieten, das er in seine Forschungen einfügen kann.

Von den Geschwistern seiner Großmutter weiß Helmut Brus, dass sein Urgroßvater oft von der Emscher erzählt hat. Auch von den Fischen, die dort vor hundert Jahren schwammen. „Der Kreis schließt sich, wenn ich jetzt erlebe, dass wieder Fische in den renaturierten Fluss zurückkehren“, sagt Brus.

Bilder dürfen nur privat verwendet werden

Angefragte historische Fotos gibt die Emschergenossenschaft unentgeltlich heraus. Wichtig ist jedoch, dass die Bilder nur privat verwendet werden und nicht kommerziell. Das bedeutet, sie dürfen weder verkauft noch anderweitig der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Die Recherche von angefragten Bildern kann manchmal jedoch mehrere Wochen dauern.

Alöexandra Hekel

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Altes Fotos zeigen Bild vom einstigen Emschertal in Bottrop
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2016-03-26 09:06
Bottrop