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Als der Volkspark Batenbrock noch eine Wildnis war

08.10.2012 | 18:04 Uhr
Als der Volkspark Batenbrock noch eine Wildnis war
Nach 50 Jahren trafen sich die ehealigen Volksschüler aus Batenbrock im Bauernstübchen wieder.Foto: Hedermann

Bottrop. Fast alle von ihnen sind Brillenträger und einige längst Großvater. Das sind nur zwei Erkenntnisse, die 15 Männer machen mussten, als sie sich nach 50 Jahren zum ersten Mal wiedersahen. Denn nach ihrer gemeinsamen Zeit an der Volksschule Batenbrock hat jeder seinen Weg gemacht. Die Bottroper Jungs, die zusammen Fußball gespielt und Rechnen gelernt haben, sind jetzt um die 60 Jahre alt und Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure oder Make-up-Artist.

Friedhelm Halatsch hatte die Idee für das Klassentreffen. Gemeinsam mit Klaus Kupka und Norbert Rassel versuchten sie seit dem Sommer, die alten Klassenkameraden ausfindig zu machen, die mit ihnen die 4. und 5. Klasse besucht hatten, bevor sie auf eine weiterführende Schule wechselten oder auch auf der Volksschule blieben. Bei der Suche mussten die Initiatoren feststellen, dass einige bereits im Ruhestand sind, in der Schweiz und in Italien leben oder sogar schon verstorben sind.

Klaus Kupka reiste aus der Mainmetropole Frankfurt an: „Einige habe ich seit 50 Jahren jetzt zum ersten Mal wiedergesehen. Das ist hier so ein back-to-the-roots-Erlebnis.“

Man habe jetzt einen anderen Bezug zur Vergangenheit, „immer wieder fragt man sich ja, was aus dem Einen oder Anderen geworden ist, denn immerhin hat man sich ja jahrelang jeden Tag gesehen“, so Kupka

Und das nicht nur in der Schule. Der Volkspark Batenbrock war damals eine reine Wildnis, die die damals 10-jährigen Jungs als Abenteuergelände benutzt haben. „Wir haben auch immer auf der Zechenbahn zwischen Prosper II und III gespielt, obwohl das ja strengstens verboten war. Aber deshalb war es ja so spannend“, erinnert sich Norbert Rassel. Woran die Batenbrocker auch gerne zurückdenken, sind die wöchentlichen Messgänge, bei dem sie ausnahmsweise die Mädchen der anderen Schule treffen konnten.

Keiner konnte sich aber so richtig über die Zeit in der Volksschule beschweren. „Klar gab es den einen Lehrer, der dann mal mit einem kleinen roten Stöckchen zugeschlagen hat, aber eigentlich waren sie ganz zahm im Gegensatz zu den Lehrern auf der weiterführenden Schule“, sagt Norbert Rassel.

Der ein oder andere musste sich bei dem Treffen im Bauernstübchen am Ostring vorstellen, weil er nicht wiedererkannt wurde. Denn - das mussten sie zugeben - sie sind ein klein wenig dicker und grauer geworden. Obwohl an diesem Abend fast alles wie früher war, geraucht wurde weniger, „weil wir ja jetzt nicht mehr heimlichrauchen müssen, hieß es.

Sofie Haseke



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