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Aktion: Parkplätze in Bottrop sollen zu Parks werden

15.01.2016 | 09:00 Uhr
Aktion: Parkplätze in Bottrop sollen zu Parks werden
Die Kirchhellener Straße könnte Schauplatz eines ersten Aktionstages sein.Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   Keine Angst, es ist eine Aktion nur für einen Tag. Der soll allerdings den Blick schärfen, z.B. dafür, wie viel Platz herumstehende Autos benötigen.

Einen Tag lang die Autos von ihrem Parkplatz vertreiben und den so gewonnen Platz anderweitig nutzen - das ist die Idee eines „Park-statt-Parken-Tages“. Den gibt es schon in einigen deutschen Städten, und auch international ist er als „Parking-Day“ bekannt. In diesem Jahr soll ein solcher Tag auch in Bottrop stattfinden.

Das geht aus den Sitzungsunterlagen der Bezirksvertretung Süd hervor. Das Planungsamt schlägt vor, einen solchen Tag im Frühjahr zu veranstalten. Dann „sollen einzelne Park- und Straßenflächen in Oasen umgestaltet werden“, heißt es in dem Verwaltungspapier.

Optimale Bedingung zum Beispiel für Naherholung

Hintergrund der Aktion ist Bottrops Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fahrrad- und fußgängerfreundlicher Städte (AGFS). Die fördert Jahr für Jahr verschiedenen Aktionen, die helfen, die Ziele der AGFS zu erreichen, nämlich „optimale Bedingungen für Nahmobilität, Nahversorgung und Naherholung zu schaffen“. Und dazu gehören auch öffentlichkeitswirksame Aktionen wie etwa ein solcher Tag.

„So etwas verändert vielleicht auch noch einmal den Blick auf den Verkehr, wenn man sieht, wie viel Platz Autos benötigen, die einfach nur rumstehen“, erklärt Christina Kleinheins, Chefin des Planungsamtes. Dort hat man schon einen Ort für den Tag im Blick: das Teilstück der Kirchhellener Straße zwischen Altmarkt und Rathaus. Für einen Tag könnten dort Stellplätze wegfallen und stattdessen Anwohner, Kinder, Schulen, Gastronomen und andere Gruppen den entstandenen Freiraum nutzen. Auf diese Weise würde sichtbar, dass mit dem Wegfall von Parkplätzen nicht immer nur Einschränkungen verbunden sind.

Flächen dauerhaft anders nutzen

Kleinheins verhehlt nicht, dass mit solchen Projekten auch eine Akzeptanz für den Wegfall von Flächen für das Auto einhergehen soll. Langfristig könne man so vielleicht sehen, welche Flächen dauerhaft anderes genutzt werden könnten.

Doch das ist Zukunftsmusik und erfordert zuvor eine breite Debatte in der Stadt. Das betont auch Rüdiger Lehr. Der SPD-Ratsherr ist Vorsitzender im Bau- und Verkehrsausschuss. Der Grundgedanke eines „Park-statt-Parken-Tages“ gefällt ihm. „Das ist eine klasse Idee“, die der SPD nicht ungelegen komme, urteilt der Ratsherr. Schließlich habe sich die Partei erst vor kurzem für das „Shared-Space-Modell“ ausgesprochen. Das sind Verkehrsbereiche, in denen alle Teilnehmer – vom Fußgänger bis zum Autofahrer – gleichberechtigt auftreten. Aktionen wie ein solcher Tag könnten den Einstig in eine weitere Entwicklung bieten, meint Lehr.

Übrigens: Alle sieben Jahre müssen sich die AGFS-Mitglieder überprüfen lassen und zeigen, dass sie Fortschritte gemacht haben auf ihrem Weg zur fahrrad- und fußgängerfreundlichen Stadt. Die sind aber nur möglich, wenn die Bürger ein solches Projekt unterstützen. Öffentlichkeitswirksame Aktionstage können dabei helfen.

Matthias Düngelhoff

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2016-01-15 09:00
Bottrop, Parkplätze, Innenstadt, Fahrradfreundliche Stadt,
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