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Adrenalinschub ausbremsen

14.04.2010 | 19:48 Uhr
Adrenalinschub ausbremsen

Bottrop. Um Verkehrssündern auf die Spur zu kommen, verstärkte die Polizei am Mittwoch in Zusammenarbeit mit der Stadt ihre Präsenz auf den Bottroper Straßen. Auf dem Berliner Platz suchte sie zusätzlich den direkten Kontakt zum Bürger.

„Prävention ist für uns ganz wichtig, um die Bürger darauf aufmerksam zu machen, wie gefährlich überhöhte Geschwindigkeit auch im Stadtverkehr ist“, so Klaus Böcker, Leiter der Verkehrsdienststelle. Noch immer seien die Unfallzahlen mit Verletzten in Bottrop überdurchschnittlich hoch. „Wir können in NRW und auch in Bottrop zwar einen Rückgang verzeichnen, dennoch hatten wir in Bottrop im letzten Jahr bei 349 Unfällen 423 Verletzte“, erklärte Böcker. 80 dieser Unfälle lassen sich unmittelbar durch überhöhte Geschwindkeit begründen. Nicht zuletzt deshalb startete in diesem Jahr die landesweite Kampagne „Komm gut an - Sieger rasen nicht“.

In diesem Zusammenhang veranstaltet die Behörde Recklinghausen in sechs Kommunen sogenannte Tachotage, um mit den Bürgern in Kontakt zu kommen. „Wir beraten die Bürger, geben einen Einblick, wie unsere Laserpistolen funktionien, zeigen Schockvideos und ermöglichen die Fahrt auf einem Motorradsimulator“, sagte Klaus Böcker.

Und das zeigte Wirkung. Sascha Steudel versuchte sich auf dem Motorradsimulator und erschrak, als er einem entgegenkommenden Auto nicht mehr ausweichen konnte. „Ich bin bis vor drei Jahren selber Motorrad gefahren, und dabei bestimmt nicht immer nach den Regeln“, erzählte der Familienvater. Er habe jedoch stets das Glück auf seiner Seite gehabt und sei unfallfrei und ohne Begegnung mit der Polizei davon gekommen. „Ich war einfach voller Adrenalin und musste mich austoben, wenn ich mir das hier auf dem Simulator so anschaue, muss ich sagen, dass eine Menge Leichtsinn dabei war“, gibt sich Sascha Steudel einsichtig. Auf die schnellen Maschinen möchte er auch in Zukunft nicht mehr steigen: „Vielleicht lege ich mir eines Tages eine Chopper zu.“

Nicht nur das direkte Gespräch in der Innenstadt hatte Priorität. „Heute wollen wir auffallen, und deshalb kontrollieren wir an 20 verkehrsintensiven Stellen in Bottrop“, erläuterte Siegfried Jarzombek die verstärkte Geschwindkeitskontrolle. „Wir haben dann auch die Möglichkeit, dem Fahrer Videos zu zeigen, welche schlimmen Folgen eine Geschwindkeitsüberhöhung haben kann“, sagte Jarzombek. Mit der Resonanz der Bürger war er zufrieden: „Die Menschen kommen auf uns zu und informieren sich gerne.“

Max Lazar

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Kommentare
15.04.2010
09:29
Adrenalinschub ausbremsen
von sagichnicht | #3

Ich hab gestern nur 2 Radarfallen gesehen. was ja nicht unbedingt was heißt ;o Finde es aber auch schade, dass in vielen Ecken ansich gar nicht kontrollierd wird. Kalter Eigen, Niebelungenweg, Herzogstr. usw, da wird ansich nie was gemacht, hätte es aber bitte nötig.

14.04.2010
20:38
Adrenalinschub ausbremsen
von hjk1904 | #2

Und die Kontrollen fanden meist wieder nicht an Unfallpunkten statt, sondern da, wo es sich vortrefflich abkassieren lässt. Scharnhölzstr. 30er-Zone bei der Kirche, die ich für übertrieben halte

14.04.2010
19:58
Adrenalinschub ausbremsen
von slowdown | #1

Wurde denn am Berliner Platz direkt vor der Post auch mal gemessen, ob das hier vorgeschriebene Tempo 20 eingehalten wird? Wahrscheinlich nicht. Denn dann wäre die Polizei vor lauter Temposündern gar nicht zu ihrer Info- und Selbstdarstellungsschau gekommen.

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