Acapella-Gruppe Fool Moon begeisterte Publikum in Bottrop

Mit einer humorvollen wie virtuosen Show begeisterten die fünf Stimmkünstler von Fool Moon den vollen Konzertzsaal.
Mit einer humorvollen wie virtuosen Show begeisterten die fünf Stimmkünstler von Fool Moon den vollen Konzertzsaal.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die ungarische Formation imitierte im Kammerkonzertsaal zahlreiche Instrumente und überzeuugte mit ihren Versionen moderner Welthits.

Bottrop..  Eine Mischung aus Jubiläumsständchen und Weltmusik-Hommage, aus Pop-Evergreens und Folklore-Arrangements: Die ungarische Antwort auf deutsche Acappella-Formationen wie Basta, Ganz schön feist, Mundwerk oder Singphoniker heißt: Fool Moon. Das fünfköpfige Ensemble aus Szeged, 2001 gegründet und seitdem Garant für Auszeichnungen bei entsprechenden internationalen Wettbewerben, riss das volle Haus im Kammermusiksaal schon nach wenigen Takten von den Sitzen.

Eingeladen wurde die Gruppe um Gabor Molnar, Barnabas Wodala oder Tamas Meszaros von der Städtischen Musikschule, die derzeit ihr 25-jähriges Bestehen in Bottrop feiert. Zu den konzertanten Höhepunkten des Jahresprogramms gehörte nun dieser englisch moderierte Auftritt der exzellenten „boy group“ vom Balkan, die in Deutschland schon durch große Konzerte bestens bekannt ist.

Gesangskultur an oberster Stelle

Die Solisten haben alles im Repertoire: Songs von Sting oder Paul Simon, Madonna oder südafrikanische Melodien. In ihren eigenen Arrangements oder auch in Kompositionen von Mitgliedern verbindet das intonationssichere Vokalquintett stimmliche Sanftheit und pseudo-instrumentale Delikatesse, rhythmische Raffinesse und klangliche Grenzüberschreitungen: Crossover-Versionen „at ist best“. Ihre Pop-Bearbeitungen liegen den smarten Sängern auf der Zunge.

Dazu wissen die jungen Song-Interpreten mit Showeinlagen professionell und perfekt umzugehen und den musikalischen Humor im Wettlauf mit Belcanto durchzusetzen. Ohne auch nur einmal die Substanz eines Titels – die meisten waren aus den englischen Charts seit Jahren bekannt – zu gefährden. Die Gesangskultur steht bei Fool Moon immer an oberster Stelle. Und Pop zählt in ihrem Verständnis als Eintritt in die friedliche Weltsprache ohne Wortbarrieren.

Vokalisten ersetzten ganze Band

Die Anwesenden hatten mehrheitlich nur einen Wunsch nach den anregenden zwei Stunden: „Fool Moon“ soll erneut nach Bottrop eingeladen werden. Vielleicht schon zu den Chortagen…

Fool Moon (etwa: „törichter/närrischer Mond“) imitiert besonders gern orchestrale Instrumente wie Flöte, Akkordeon, Trompete, Posaune, Percussion/Schlagzeug, Bass oder Gitarre. Die Mannschaft ersetzt somit eine ganze Band. Das instrumentale Repertoire wird im solistischen Wechsel ständig von den Vokalisten abgerufen. Die Unmittelbarkeit und Flexibilität sind jedes Mal die Voraussetzungen für ein spezifisches und originelles Klangbild. Von dieser bestens einstudierten Technik könnten viele ähnlich strukturierte Ensembles – auch deutsche – nur lernen.