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Weltnierentag

70 Patienten warten in Bottrop auf eine neue Niere

10.03.2016 | 07:00 Uhr
70 Patienten warten in Bottrop auf eine neue Niere
Prof. Dr. Markus Hollenbeck freut sich mit seinem Team über die Zertifizierung des Knappschaftskrankenhauses Bottrop.

Bottrop.   Knappschaftkrankenhaus Bottrop ist Nephrologische Schwerpunktklinik. Weltnierentag: Prof. Dr. Markus Hollenbeck weist auf Vorsorge hin.

Sie sind tückisch, schleichen sich unbemerkt heran und bleiben oft jahrelang unentdeckt, denn sie verursachen keinerlei Schmerzen. Aber Nierenerkrankungen sind weit verbreitet. Daher rückt Professor Dr. Markus Hollenbeck zum heutigen Weltnierentag entsprechend dessen Motto „Früh Achtgeben, um Nierenerkrankungen zu verhindern“ die Vorsorge in den Blickpunkt.

„Denn nur durch frühzeitige Vorsorge lassen sich viele Nierenerkrankungen hinauszögern, mitunter sogar heilen“, so der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II am Knappschaftskrankenhaus Bottrop. Passend zum Weltnierentag wurde das KK Bottrop zudem als Nephrologische Schwerpunktklinik rezertifiziert und als Bluthochdruckzentrum erstzertifiziert. Es gehört seit Langem zu den Schwerpunktkliniken, die im Ruhrgebiet Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen stationär betreuen.

Jährlich über 1000 Patienten

„Bereits 1953 gab es hier die erste Dialyse“, berichtet Prof. Hollenbeck. Inzwischen werden in der Klinik jährlich über 1000 Patienten von elf Ärzten und über 50 Pflegekräften stationär behandelt. „Nierenerkrankungen waren jahrelang auf dem Vormarsch“, stellt Hollenbeck fest. „Doch in den letzten drei Jahren stagnieren die Zahlen, weniger Patienten werden dialysepflichtig. Ich führe das auf die bessere Prävention zurück.“

Mit einfachen Mitteln ließen sich Nierenerkrankungen frühzeitig erkennen und oft auch noch heilen, so der Mediziner. „Zumindest kann bei frühzeitiger Erkennung die Verschlechterung und drohende Dialyse oft um viele Jahre verschoben werden.“ Leider würden aber nur etwa 25 Prozent der Bottroper das für über 35-Jährige kostenfreie Angebot der Krankenkassen zum „Check-up“ wahrnehmen.

Dabei seien die Zahlen alarmierend: Etwa 50 000 Bottroper, schätzt er, leiden unter erhöhtem Blutdruck – ein Hauptrisikofaktor für Nierenerkrankungen. „Knapp 2000 leiden wahrscheinlich unter schwerer Hypertonie.“ Im Stadtgebiet sind rund 200 Männer und Frauen dialsysepflichtig, etwa 70 warten auf eine neue Niere. „Dialyse bedeutet sehr viel Leid und Einschränkung“, so der Chefarzt. „Durch frühzeitige Diagnostik und Therapie sollte man versuchen, das hinauszuzögern oder zu verhindern.“

Im Knappschaftskrankenhaus werden insbesondere Patienten mit schwer einzustellendem Bluthochdruck sowie schweren, chronischen Nierenerkrankungen meist über Jahre behandelt. Die Klinik wurde jetzt nicht nur als Nephrologische Schwerpunktklinik rezertifiziert, sondern zudem auch als Blutdruckzentrum zertifiziert. Neben der differenzierten Hormondiagnostik gibt es hier alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, um die Patienten zu behandeln. Durch die Kooperation mit Chirurgie, Angiologie und Gefäßchirurgie seien auch extrem selten notwendige Verfahren möglich. Hollenbeck: „Damit haben wir universitäres Niveau.“

Andrea Kleemnn

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2016-03-10 07:00
Bottrop