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50 Plakate zwinkern dem Ruhri zu

15.12.2009 | 18:46 Uhr

Bottrop. Was könnte charmanter in das Kulturhauptstadtjahr 2010 führen, als fotografische Szenrien, in denen der „Ruhri” die Hauptrolle spielt?

Aus einem ironisch-liebevollen Blickwinkel zeigt eine Ausstellung „Dem Ruhri sein Revier”. Ab dem 18. Dezember nimmt sie die Besucher mit auf eine Reise durch die Erlebnislandschaft Ruhrgebiet - zu sehen in der Galerie im Kulturzentrum August Everding bis zum 14. Februar von „Ruhr 2010”.

Die Aussteller Rudi Grande links und Rainer Rettinger im Kulturhaus zu Bottrop. Foto:Heinrich Jung WAZ FotoPool

„Diese Ausstellung ist eine Kampagne”, sagt Rainer Rettinger, neben Rudi Grande (Leiter des Kommunalen Kinos der VHS) Initiator der Ruhri-Ausstellung. Eine Kampagne für einen Lebensraum, der sich wirtschaftlich, touristisch und kulturell mit den Metropolen Europas messen könne und inzwischen auch wolle. Vor drei Jahren haben Rettinger, der in Essen das Redaktionsbüro „Ruhri” betreibt und seit langem Namensschutz für diesen Begriff besitzt, und sein Mitstreiter Rudi Grande das Projekt ins Leben gerufen. In professionellen Fotografen aus dem Ruhrgebiet fanden sie die Lieferanten der Motive. Sie steuerten ihre Werke kostenlos bei. „Das Projekt ist frei finanziert”, sagt Rettinger. Keine öffentlichen Töpfe, dafür Sponsoren und die unbezahlte Arbeit der Autoren.

Jedes der bisher zusammengestellten 50 Plakate trägt einen Titel, beginnend mit „Dem Ruhri sein . . .” Zum Beispiel „Dem Ruhri sein Acapulco”, das Kanalspringer zeigt, oder „Dem Ruhri sein Guggenheim”, ein Motiv des Museums Quadrat, oder „Dem Ruhri sein Gizeh”, das den Blick auf das Bottroper Tetraeder lenkt. Kurze Texte begleiten die Fotografien und beschreiben etwa das Ruhrtal augenzwinkernd als das Land des großen Wassers, an dessen Ufern weiße Siedler ihre Zelte aufschlagen. Solche humorvollen Annäherungen an ein deutsches Quartier und ein Lebensgefühl blieb auch dem Verband „Pro Ruhrgebiet” nicht verborgen. Er zeichnete die beiden Ausstellungsmacher als „Botschafter des Ruhrgebiets” aus.

Das sind sie umso mehr, als diese Ausstellung wandern wird. „Es gibt Termine für das ganze Jahr und darüber hinaus”, sagt Grande. Nächste Station wird Recklinghausen sein, und gegenwärtig wird mit Hamburg verhandelt. Rettinger: „Ruhr 2010 endet am 31. Dezember 2010. Ruhri 2010 läuft weiter.”

„Dem Ruhri sein Revier” ist groß. Und deshalb wählt das Team Rettinger/Grande weitere Motive aus einer schier unerschöpflichen Bilderflut, um die Ausstellung auf etwa 100 Plakate zu erweitern und neue Zusammenstellungen zu kreieren. Übrigens: Ein Buch zur Ausstellung steht kurz vor der Vollendung und ist demnächst im Handel erhältlich.

Michael Friese

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