49 Projekte laufen in Indien heute noch mit Hilfe aus Bottrop

Nach dieser ersten Werkstatt für behinderte Jungen kamen weitere für behinderte Mädchen dazu. Weil es in Indien nur private Gesundheitsfürsorge gibt und keine staatliche, unterstützte die Indienhilfe ab 1978 auch den Bau von Krankenhäusern für Krebspatienten und Kinder. 49 Projekte in zehn Bundesstaaten vom Himalaya bis zur Südspitze Indiens werden auch heute noch gefördert. Alle stehen in Trägerschaft der katholischen Kirche. Weitere 30 Projekte haben die Bottroper angestoßen, sie laufen heute ohne weitere Förderung.

Wie schon seit Jahrzehnten steht Prälat Linse – bald 82-jährig – auch heute noch auf dem Bottroper Wochenmarkt (vor C & A). „Aber nur noch an jedem ersten, dritten und fünften Samstag im Monat“, sagt Linse, der hier früher jeden Samstag Transfer-Lebensmittel verkaufte. Projekte mit den Realschülern gibt es nicht mehr, auch keine Büchermärkte mehr im katholischen Stadthaus. Metall und Altpapier werden immer noch gesammelt. Rund 100 000 Euro können auch heute noch jedes Jahr nach Indien überwiesen werden. Seit mehreren Jahren stagniert das Spendenaufkommen in dieser Höhe. Eine stattliche Summe. Die knapp 3,7 Millionen Euro, die in den 43 Jahren gesammelt wurden, entsprechen in Indien einer Kaufkraft von etwa 45 Millionen Rupien – 91 Bauwerke könnten damit errichtet werden.