350 Bottroper Schüler zeigen ihr musikalisches Können

Ihre Instrumente haben sie erst zu Beginn des Schuljahres angefangen zu lernen: Die Bläserklasse der fünften Stufe.
Ihre Instrumente haben sie erst zu Beginn des Schuljahres angefangen zu lernen: Die Bläserklasse der fünften Stufe.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Josef-Albers-Gymnasium bietet viele Möglichkeiten, Instrumente zu lernen. Die Ergebnisse aller Lehrangebote wurden beim Sommerkonzert präsentiert

Bottrop..  Lampenfieber sieht anders aus: Zu ihren Auftritten schlendern die Schüler vom Josef-Albers-Gymnasium pfeifend, manch einer mit einer Hand in der Hose. Wahrlich wird das nicht nur daran gelegen haben, dass das traditionelle Sommerkonzert der Schule Gewohnheit für die Schüler ist. Auch weil – abgesehen von kurzen Solo-Passagen – kein Schüler seinen eigenen großen Moment auf der Bühne hat. Es geht um das Kollektiv.

Insgesamt rund 350 Schüler, von der fünften Klasse bis zur Oberstufe, von der Flötengruppe bis zum Schulorchester, haben in diesem Jahr ihr Talent auf der Aulabühne gezeigt. „Es sind keine Einzelkämpfer gefragt, sondern hier zählt der Teamgedanke“, sagt Ingo Scherbaum, einer von sieben Musiklehrern der Schule. Nur wie werden so viele Schüler zum Musizieren motiviert?

Wahl zwischen Praxis und Theorie

„Schon bei der Schulanmeldung dürfen wir uns ein Blasinstrument aussuchen, das wir kennenlernen wollen“, erklärt Svenja Luggenhölscher (14), die als Trompeterin in der Bläserklasse der achten Stufe und in dem Schulorchester spielt. Neben dem regulären, theoretischen Musikunterricht gibt es die Möglichkeit, bis zur achten Klasse eine Bläserklasse zu besuchen. Hier können die Schüler Querflöte, Trompete, Saxofon, Klarinette oder Posaune ausprobieren. Bis zur siebten Klasse bekommen die Schüler ihre Blasinstrumente gestellt.

Wer nach der achten Klasse weiter spielen möchte, kann eine Nachmittags-AG wählen und bei der Musical AG, dem Schulorchester oder der Big Band aktiv werden. Für alle, die auch schon vor der fünften Klasse nicht genug kriegen oder privat ein anderes Instrument als Saxofon und Co. lernen, gibt es aber auch schon in den unteren Klassen musikalische AGs, etwa die „Kleine Big Band“, der Unterstufenchor oder die Flötengruppe.

Vorteil 60-Minuten-Takt

„Der große Vorteil ist das Stundenkonzept unserer Schule“, sagt Ingo Scherbaum. Durch die Taktierung in 60 statt 45 Minuten ließe sich der Schulalltag besser rhythmisieren und verteile sich der reguläre Unterricht kaum auf den Nachmittag. „Dann bleibt nachmittags viel mehr Zeit für Musik- oder Sport-AGs“, so Scherbaum.

Das eineinhalbstündige Konzert zeigte dann die Ergebnisse des letzten halben Jahres aller AGs sowie der Bläserklassen. Die Schüler präsentierten mal moderne Chart-Hits (Carly Raes „Call Me Maybe“), mal kultige Filmsoundtracks („James Bond Theme“) oder Klassiker (Beethovens „Freude schöner Gotterfunke“). Und bei dem großen Finale der Big Band wurde sogar der Verstärker für die E-Gitarren aufgedreht, um Metallicas „Enter Sandmann“ gebührend zu covern.