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Geschichte

26 900 Bauakten lagern im Stadtarchiv

06.03.2016 | 16:53 Uhr
26 900 Bauakten lagern im Stadtarchiv
Beim „Tag der Archive“ am Samstag führte Mitarbeiter Gerd Löker (r.)die Besucher auch durch die normalerweise verschlossenen Kellerräume.Foto: Oliver Mengedoht

Bottrop.   Tag der offenen Tür offenbart viele Schätze in der Sammlung der Stadt. Viele Interessierte werfen auch einen Blick in das Magazin im Keller.

Wer wollte nicht schon immer einmal in die Geschichte seiner Stadt eintauchen? Am Samstag hatten die Bottroper dazu Gelegenheit, weil das Stadtarchiv am bundesweiten „Tag der Archive“ teilnahm. Das bunte Programm stand unter dem Motto „Mobilität im Wandel“.

Die Leiterin des Archivs, Heike Biskup, freute sich über die große Resonanz. „Das Bottroper Archiv steht jedem immer offen. Manchmal denken wir, dass sich viele Menschen trotzdem nicht trauen, herzukommen. Gerade deshalb finden wir so einen Tag der offenen Tür sehr wichtig.“

Ob Ahnenforschung oder Suche nach alten Unterlagen von Schüler und Studenten – das Archiv steht jedem zu großen Teilen offen. Am Tag des Archivs hielt der Bottroper Autor Klaus Giesen einen Vortrag über die Straßenbahn in Bottrop. Denn vor 40 Jahren fuhr die letzte Bahn durch die Stadt.

Nach 1899 etablierte sich die Straßenbahn durch die Familien, die mit dem Bergbau nach Bottrop kamen. Die Bahnen lösten die beliebten Pferdeomnibusse ab, die sich vor allem durch ständige Verspätung auszeichneten. 1909 übernahm die Vestische große Teile des Bottroper Straßenbahn-Netz und eröffnete Linien nach Essen, Horst und Gladbeck. Ab 4. November wird es im Kulturzentrum eine Ausstellung zum Thema geben.

Urkundenbücher belegen Geburten

Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, eine Führung durchs Archiv zu machen und einen Blick in das Magazin im Keller zu werfen. Alles, was in Bottrop passiert ist, fand hier Einzug; Urkundenbücher von Geburten, Heiraten und Todesfällen, Adressbücher ab 1911, Jahrbücher, Festschriften und Kirchenbücher. Dazu über 900 Bücher, die sich nur mit der Bottroper Geschichte beschäftigen, ein Regalmeter davon auch für die Kirchhellener Geschichte.

Eng ist es in den Räumen mit Rollschränken und Regalen. Mitarbeiter Gerd Löker erzählt den Besuchern, dass das Magazin allein 26 900 Bauakten birgt sowie 300 Personalakten – von der Reinigungskraft bis zum Oberstadtdirektor. So einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen, fand auch Historiker Erhard Grüner interessant. Schon seit Jahren ist er in Projekte des Stadtarchivs integriert.

„Ich beschäftige mich gern mit Geschichte, auch mit den Ereignissen in Bottrop.“ Er ist der Meinung, dass viele die Wichtigkeit und das Potential eines Archivs unterschätzen. „Möchte ich die Gegenwart verstehen, muss ich in die Vergangenheit schauen. Es ist schwierig, junge Leute für Geschichte zu interessieren. Deswegen sind solche Tage, die der Öffentlichkeit offen stehen, umso wichtiger.“

Katrin Simoneit

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2016-03-06 16:53
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