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150 Euro mehr für „Top-Leistung”

13.07.2009 | 16:03 Uhr

Ver.di unterstützt Forderung der Beschäftigten des Dialysezentrums. Kritik an Blockadehaltung des Kuratoriums

„Blockadehaltung” wirft Ver.di-Fachbereichssekretär Oliver Kolberg den Verantwortlichen des Kuratoriums für Heimdialyse (KfH) in der aktuellen Lohn- und Gehaltsrunde vor. Die 50 Beschäftigten des Dialysezentrums am Bottroper Knappschaftskrankenhaus verdeutlichten ihren Standpunkt mit Protesttransparenten und -Plakaten, u. a. mit derAufschrift: „Wer Top-Leistung anbietet, muss die Beschäftigten auch angemessen bezahlen!” Die Plakate seien als gelbe Karten an die Arbeitgeberseite gerichtet, betonte eine Krankenschwester.

„Taschenspielertricks”

Für die Beschäftigten verlangt Ver.di eine monatliche Lohnerhöhung von 150 Euro: „Für die unteren Lohngruppen ist das eine Menge Geld”, stellt Kolberg fest. Ein reelles Angebot zur Erhöhung der Vergütung hätten die Arbeitgeber in zwei Verhandlungsrunden bisher nicht vorgelegt, erklärt Gewerkschaftssekretär Kolberg, sondern ihre Offerten verbunden mit der Forderung nach Verzicht auf Urlaubstage oder Verlängerung der Arbeitszeit. „Auf diese Weise sollen die Beschäftigten eine Lohnerhöhung im Endeffekt selbst finanzieren.” Auf solche „Taschenspielertricks” werde sich die Gewerkschaft nicht einlassen.

Von den 50 Mitarbeitern im Bottroper Dialysezentrum ist ein kleiner Teil bei der Knappschaft angestellt.

Leuchtturmfunktion

Die Mehrheit ist beim bundesweit tätigen KfH beschäftigt. „Wirtschaftlich geht es dem KfH nicht schlecht”, so die Einschätzung des Ver.di-Sekretärs. Das KfH leiste „eine sehr gute und für viele Patienten lebenswichtige Arbeit”, betont er. Das Bottroper Dialysezentrum habe mit seiner Versorgungsqualität in der Region „fast schon eine Leuchtturmfunktion”. Schichtdienst und Dialyse bis in die Nachtstunden seien an der Tagesordnung: „Die Flexibilität in diesem Betrieb ist enorm.”

Bei einer weiteren Blockadehaltung der Arbeitgeberseite bei den Verhandlungen, kündigt Kolberg an, würden sich die Mitarbeiter „neue Aktionen überlegen”. mls

Marie-Luise Schmand

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