Das aktuelle Wetter Bottrop 15°C
Gesundheit

15 Prozent sind schwerhörig

03.03.2016 | 08:00 Uhr
15 Prozent sind schwerhörig
Hörtests gehören zum Praxisalltag: Dr. Joachim Maiwald und seine Mitarbeiterinnen Esra Civ (links) und Regina Görtz zeigen, wie es gehtFoto: Joachim Kleine-Büning

Bottrop.   Zum heutigen „Welttag des Hörens“ warnt HNO-Arzt Dr. Joachim Maiwald vor allzu großem Lärm. Die Nervenzellen im Ohr werden dann irreparabel geschädigt.

Meist wird das Problem erst mal verdrängt. Doch immer mehr Menschen leiden unter Schwerhörigkeit. „Und die Betroffenen werden immer jünger“, stellt Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Joachim Maiwald anlässlich des heutigen „Welttag des Hörens“ fest. Im Bottroper Stadtgebiet, so schätzt der Mediziner, sind etwa 15 Prozent der Bevölkerung schwerhörig. Tendenz steigend.

Natürlich bleiben die Ohren nicht ewig jung, die Hörfähigkeit nimmt bei vielen Menschen bereits ab etwa dem 50. Lebensjahr ab. Schwerhörigkeit zieht sich durch alle Schichten und Altersklassen. „Doch die Beschwerden haben zugenommen“, so Maiwald. Das Sinnesorgan Ohr leide immer mehr, denn insbesondere der Umgebungslärm in städtischen Bereichen habe stark zugenommen. „Selbst nachts sind heutzutage Werte um 50 Dezibel normal.“ Zum Vergleich: Die normale Gesprächslautstärke liegt in diesem Bereich und ab 85 Dezibel ist im Arbeitsschutzbereich bereits ein Hörschutz zu tragen.

„Natürlich werden auch die Menschen immer älter, so dass sich die Schwerhörigkeit auch deswegen immer mehr ausbreitet“, so der Mediziner. Allerdings leiden inzwischen viele Patienten bereits in jungen Jahren unter Hörminderung. „Zu hohe Lautstärken aus Kopfhörern und Lautsprechern schädigen die Nervenzellen im Ohr“, warnt Maiwald. Bei Live-Konzerten oder in Diskotheken seien Lautstärken um die 100 Dezibel durchaus normal - das ist etwa so laut wie ein Presslufthammer. „Wer aber ständig seine Ohren zudröhnt, hat eventuell schon ab etwa 40 Jahren Probleme mit der Verständigung in geräuschvoller Umgebung.“

Lärm schädigt die etwa 30 000 Nervenzellen im Innenohr. Beginnende Hörminderung zeigt sich dadurch, dass die hohen Frequenzen nicht mehr wahrgenommen werden können. „Man hört verwaschen, versteht beispielsweise von fünf Silben nur noch drei“, so Maiwald. Missverständnisse seien dann an der Tagesordnung. Drum sei es wichtig, einen Facharzt aufzusuchen, wenn man eine Hörminderung feststellt. „Schlecht verstehen macht einsam“, so der Mediziner. „Es findet immer weniger und schließlich keine Kommunikation mehr statt. Und wer schlecht hört, verliert auch seine Sprache.“ Daher sollten Betroffene „ehrlich gegenüber sich selbst sein und einen Hörtest machen.“

Hilfe finden Betroffene durch Hörgeräte. „Die Stigmatisierung dieser Geräte in der Gesellschaft gehört weitgehend der Vergangenheit an“, so Maiwald. „Gerade jüngere Leute sind Hörgeräten gegenüber sehr aufgeschlossen.“ Zudem habe sich die Hörtechnologie in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt, die Geräte seien kleiner und leistungsfähiger geworden und die Krankenkassen zahlen 1600 Euro Zuschuss für zwei Geräte. Maiwald: „Natürlich sind Hörgeräte nur eine Hilfe und bringen nicht das natürliche Hörvermögen zurück.“

Andrea Kleemann

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Offene Gotteshäuser
Bildgalerie
Kirchen und Moscheen
WAZ öffnet Pforten
Bildgalerie
Hof Miermann
Sommer in der City
Bildgalerie
Der Stadtgarten
Artist: Überschlag mit links
Video
Extreme Jobs
article
11615206
15 Prozent sind schwerhörig
15 Prozent sind schwerhörig
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/15-prozent-sind-schwerhoerig-id11615206.html
2016-03-03 08:00
Bottrop