Woolworth-Logistik droht Kurzarbeit
15.04.2009 | 17:23 Uhr 2009-04-15T17:23:00+0200
Nach der Insolvenz von Woolworth Deutschland müssen die elf Mitarbeiter der Bönener Filiale um ihren Arbeitsplatz bangen. Im Woolworth-Logistikzentrum droht dagegen Kurzarbeit.
Die Verkäuferin in der Woolworth-Filiale an der Bahnhofstraße winkte gestern ab: „Wir dürfen zur Insolvenz nichts sagen. Sie müssen sich an die Zentrale wenden.” Klar ist aber, dass sich an der Bahnhofstraße elf von bundesweit 11 000 Arbeitsplätzen befinden, die in in den kommenden Monaten im Insolvenzverfahren auf dem Prüfstand stehen werden. Jede einzelne Filiale soll auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft und – wenn nötig – geschlossen werden. Die Mitarbeiter befürchten Massenentlassungen.
»Keine Entlassungen bei den Logistikern«
Den beiden Kassiererinnen war die Verunsicherung gestern im Gesicht abzulesen. Wohl auch, weil es nach Informationen unserer Zeitung, bisher noch keine offizielle Mitteilung an die Mitarbeiter der Woolworth Deutschland gab. Erst über die Medien erfuhr das Verkaufspersonal, von der Insolvenz seines Arbeitgebers.
Anders beim Tochterunternehmen Deutsche Woolworth Logistik (DWL), das sich mit rund 600 Arbeitnehmern nur Luftlinie wenige hundert Meter weiter im Bönener Gewerbegebiet befindet und für die Belieferung der Filialen in Deutschland zuständig ist. Bisher bleibt das Logistikzentrum als eigenständige Gesellschaft von der Insolvenz verschont (wir berichteten).
Gestern erhielt das Personal in der Betriebsversammlung die erleichternde Nachricht nun offiziell: „Es wird nicht zu Entlassungen bei uns kommen.” Trotz der guten Nachricht aber blieb die Stimmung bei der Belegschaft angespannt. „Einige waren bedrückt. Die machen sich Sorgen”, erzählte Betriebsratsvorsitzender Arno Schubert nach der Versammlung
Nicht ohne Grund: Schließlich sind die Woolworth-Filialen die Hauptabnehmer des Logistikzentrums. „Zu 99,9 Prozent sind wir von unserer Schwester abhängig. Wir beliefern fast ausschließlich die Woolworth-Läden”, so Schubert.
Ein Sanierungsplan soll nun ausgearbeitet und dem Insolvenzverwalter Ottmar Hermann vorgelegt werden. „In vier Wochen etwa werden wir Bescheid wissen, wie es weiter geht”, schätzt Schubert. Ob Läden geschlossen werden müssen, sei noch nicht sicher. Bis sich das Geschäft möglicherweise wieder erholen kann, muss aber auch das Logistikzentrum kürzer treten. „Wir müssen nun die Zeit überbrücken. Unser Kerngeschäft im Logistikzentrum ist die Weihnachtszeit. Da haben alle Mitarbeiter Überstunden angesammelt.” Die müssen jetzt laut dem Betriebsratsvorsitzenden abgebaut werden.
Sollte das nicht reichen, könnte den Mitarbeitern des Logistikzentrums Kurzarbeit drohen. Heute will sich die DWL mit der Arbeitsagentur in Verbindung setzten. „Bei diesen Gesprächen wird die Kurzarbeit auch ein Thema sein”, so Schubert.
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