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Wohlbefinden spart Millionen

08.08.2007 | 15:32 Uhr

Bönen. Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Die dafür sorgen, dass Mitarbeiter plötzlich schneller arbeiten, seltener krank werden und stärker motiviert sind. Genau auf diese kleinen Dinge setzt DW Logistics. Die Woolworth-Tochter im Bön

Eine Sekunde, eine winzige Sekunde - sie macht schon einen gewaltigen Unterschied. Wenn die 630 Mitarbeiter bei DW Logistics bei jedem Teil, dass sie ver- oder entpacken, nur eine Sekunde Zeit sparen könnten, dachte sich Geschäftsführer Dr. Harald Gerking, dann ließe sich locker eine Million Euro an Personalkosten sparen.

So denkt eben ein Manager. Doch Gerking dachte weiter - zusammen mit der stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Cornelia Karbe. Die wollte den Gesundheitszustand der Mitarbeiter verbessern - für die schwerbehinderten Mitarbeiter (immerhin 43 bei DW Logistics) und alle übrigen. "Vor 2002 waren Kündigungen bei langen Krankheitsausfällen an der Tagesordnung - das sollte sich unbedingt ändern."

Das tat es auch. Die Firma investierte 120 000 Euro in Hubtische, die es den Mitarbeitern erlauben, ohne lästiges Bücken Waren zu verpacken. Emilia Wagner (50) steht an einem solchen Hubtisch, entpackt gerade Herrenhemden. "Ich kann den Tisch auf meine Körpergröße einstellen", sagt sie. "Das ist eine tolle Sache." Früher musste sie sich für jedes Hemd bücken - heute erspart sie ihrem Rücken Strapazen und bei jedem Teil gleich zwei Sekunden Arbeitszeit.

106 Hubtische hat das Unternehmen gekauft, dazu fünf Lifte, die das Heben schwerer Kartons zum Kinderspiel machen. Außerdem gibt es Arbeitsschuhe, die das lange Stehen während der Schicht erleichtern, eine Rückenschule, die schon Azubis körperschonende Bewegungsabläufe vermittelt und Sitzgelegenheiten für schwerbehinderte Arbeiter an der Druckerstraße.

Für das "betriebliche Eingliederungsmanagement" in Bezug auf schwerbehinderte Mitarbeiter ist DW Logistics jetzt vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe augezeichnet worden. 15 000 Euro gab es als Prämie. Das Geld soll in weitere Gesundheitsmaßnahmen investiert werden, so Gerking, unter anderem in einen Defibrilator und Gesundheits-Drinks für die Belegschaft.

"Seit wir in die Gesundheit aller Mitarbeiter investieren, ist die Produktivität um 30 Prozent gestiegen", sagt Gerking. "Wir sparen 20 Millionen pro Jahr, haben zufriedenere Mitarbeiter. Andere Firmen sollten unserem Beispiel folgen."

Von Marie Schäfers

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