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Überstunden in "Bönen DC"

19.08.2009 | 19:15 Uhr

Die Woolworth-Filiale in der Bahnhofstraße ist geschlossen. Eine Folge der Insolvenz von Woolworth-Deutschland, das dem britischen Finanzinvestor Argyll Partners gehört.

Von den 323 Filialen sollen nach Auskunft von Pietro Nuvoloni, Sprecher des Insolvenzverwalters Ottmar Hermann, mehr als die Hälfte mit einem neuen Konzept unter dem Namen Woolworth fortgeführt werden. „Mini-Filialen wie die in Bönen, gehören nicht dazu”, sagte Nuvoloni.

Dieses Geschäft solle aber mit in ein „Paket” weiterer bisheriger Woolworth-Filialen kommen, das im Zuge eines Bieter-Verfahrens an andere Filialbetreiber gehen soll. „Es gibt zahlreiche Interessenten dafür”, so Nuvoloni, „Drogerie- und Schuhmärkte, aber auch Lebensmitteldiscounter.” Unter anderem hat Schlecker Interesse signalisiert. Ob das auch für den Standort Bönen gilt, ist zurzeit reine Spekulation. „Es gibt viele Gerüchte”, sagte Bönens Bürgermeister Rainer Eßkuchen im Gespräch mit unserer Zeitungen. Die Schließung von Woolworth sei bedauerlich, er hoffe aber auf einen Nachfolger. Ganz unbegründet scheint das nicht, wie auch Nuvoloni zu verstehen gab. Ziel des Insolvenzverwalters, sei es, die Filialen an neue Betreiber abzugeben, die dann gegebenenfalls auch das alte Woolworth-personal übernehmen sollen. Hintergrund: Woolworth hat in allen Objekten noch laufende Mietverträge zu erfüllen. Allerdings wies Nuvoloni darauf hin, dass es „gerade wegen der Insolvenz ein einseitiges Kündigungsrecht durch den Insolvenzverwalter gibt”.

»Im Moment sind

wir voll ausgelastet«

In Bönen gab es bis zur Schließung elf Mitarbeiter, davon vier in Vollzeit. „Diese vier Mitarbeiter werden in einer Transfergesellschaft weiterbeschäftigt, die Personal an die neu gegründete Auffanggesellschaft Deutsche Woolworth GmbH ausleiht”, erklärte Nuvoloni.

Unmittelbar betroffen von der Insolvenz der Kaufhau-Kette sei das Woolworth DistributionsCenter in Bönen nicht, sagte Nuvoloni. Vielmehr habe der Insolvenzverwalter ein großes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit, fügte er hinzu. Gleichwohl sind viele der 611 Mitarbeiter dort durch die aktuelle Entwicklung verunsichert. „Für solche Sorgen gibt es aus meiner Sicht derzeit keinen Grund”, erklärte Mike Degen, Geschäftsführer des Logistikzentrums (im Firmenjargon „Bönen DC”). Indiz dafür ist auch, dass der vom Arbeitsamt bereits positiv beschiedene Antrag auf Kurzarbeit nicht zieht. „Im Moment sind wir voll ausgelastet, fahren sogar signifikant Überstunden.” Obwohl Woolworth nahezu 50 Prozent seiner Läden geschlossen habe, würde die andere Hälfte immer noch 75 % des Handelsvolumens generieren. „Die Restrukturierungsmaßnahmen sorgen darüber hinaus dafür, dass wir gut zu tun haben”, sagte Degen. „Die Entwicklung stimmt mich zuversichtlich.”

Uli Thormählen

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