Spaß und Erfolg an der Platte
14.02.2012 | 14:35 Uhr 2012-02-14T14:35:00+0100Bönen. Wenn Timo Boll & Co. die kleinen Zelluloid-Bälle schmettern, sind Zuschauer fasziniert von Reaktion, Schnelligkeit und Sicherheit dieser Spieler. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg, und ganz am Anfang steht erst mal das Training in Schule oder Verein.
In ihrem neuen Lehrbuch „Spielend Tischtennis lernen“ stellen die Bönener Autoren Claus Mayr und Moritz Förster ein Trainingskonzept vor, bei dem die Übenden vom ersten Tag an mit Spaß am Spiel lernen. Das Buch erscheint in der „Spielend lernen“-Reihe des Limpert Verlags, dem ältesten Sportverlag Deutschlands. Wie bei allen Büchern der Reihe steht das spielerische Vermitteln im Vordergrund. Seit gestern wird das Buch auf der Bildungsmesse didacta in Hannover ausgestellt.
Zwei Praktiker sind hier am Werk, das merkt der Leser sofort: Welcher Schläger ist der richtige? Wie viele Teilnehmer sollte eine Trainingsgruppe maximal haben? Wie sorgt der Trainer dafür, dass Spaß und Erfolg zusammen kommen? Mayr leitete mehrere Jahre das Anfängertraining bei den TTF Bönen.
Anleitung fürs Training in Schule oder Verein
Die von ihm trainierte Schulmannschaft des Marie-Curie-Gymnasiums gewann bei „Jugend trainiert für Olympia“ die Deutsche Meisterschaft.
In knapp 40 Jahren Trainerlaufbahn brachte der inzwischen 72-jährige ehemalige Gesamtschullehrer einigen hundert Kindern Tischtennis bei. Unter anderem auch seinem Sohn und Mitautor Moritz Förster im eigenen Tischtenniskeller. Förster spielte bis 2003 in verschiedenen Schüler-, Jungen- und Herrenteams der TTF Bönen. Heute ist der 28-Jährige Trainer und Spieler beim CfL Berlin, einem der erfolgreichsten Vereine Berlins im Nachwuchsbereich.
Bereits 2008 haben Mayr und Förster das Buch „Tischtennis Anfängertraining“ im Selbstverlag herausgebracht, das schon damals durch seine Praxisnähe eine Nische im Bücherregal füllte. „Wir haben sehr viel Zeit aufgebracht, um in dem Nachfolgeband noch konkreter und strukturierter auf die Trainingspraxis einzugehen“, erklärt Moritz Förster. 79 farbige Abbildungen oder Grafiken und 45 Tabellen erleichtern auch Laien das Verständnis der Übungen. Beispielhafte Trainingspläne sind gerade für Trainer-Novizen eine Hilfe bei der Planung von Trainingseinheiten oder Unterrichtsstunden.
Allerdings finden auch „alte Hasen“ noch wichtige Hinweise. Lockerheit, Grundlagenkoordination und Sensibilisierung stehen in den ersten Trainingswochen im Mittelpunkt. Der Spaß an der Bewegung wird durch alternative Spielformen wie Tischtennis über die Bande, Grabentische oder Ping-Pong gefördert; die Neugiermotivation etwa bei Rotationsübungen mit bunten Bällen aktiviert, bunte Plastikbälle kommen durchgehend zum Einsatz: „Austoben!“, lautet das Ziel am Anfang und Ende des Trainings. Die einen werfen, die anderen schießen. In Gruppen, zu zweit oder allein. Auch in der folgenden Phase werden neben Tischtennismaterialen wieder Plastikbälle eingesetzt. Allerdings sind hier bereits die Übungen auf die Sportart „Tischtennis“ zugeschnitten. „Tischtennis ist ein Sport, der sehr hohe Anforderungen stellt. Das gilt auch für die Übungsleiter. Wir zeigen, wie man Spaß und Erfolg im Training vereint“, erläutert Claus Mayr die Trainingsphilosophie.
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