Neue Schule kommt erst im Sommer 2013
14.07.2011 | 20:59 Uhr 2011-07-14T20:59:00+0200
Bönen. Zum Schuljahr 2012/2013, wie ursprünglich geplant, wird es keine Gemeinschaftsschule in Bönen geben. Der Gemeinderat verständigte sich gestern Abend darauf, das Projekt um ein Jahr zu verschieben.
Der Zeitplan wäre ansonsten allzu eng, hatte Fachbereichsleiterin Edelgard Blümel zuvor erklärt. Wie sie am Vormittag bei der Bezirksregierung erfahren habe, sei nicht vor Mitte November damit zu rechnen, dass die Landesregierung die gesetzlichen Grundlagen für die neue Schulform schaffen könne.
Ein neues Gesetz ist notwendig, weil das Oberverwaltungsgericht die Gründung neuer Gemeinschaftsschulen ohne eine solche Basis gestoppt hatte. Ursprünglich war man in Bönen davon ausgegangen, sich noch an einem Modellversuch beteiligen zu können, der eine Gründung bereits im kommenden Jahr ermöglicht hätte. Dringend ist das Anliegen in der Gemeinde, davon sind Politik und Verwaltung überzeugt. Weil der Hauptschule in dramatischer Weise der Nachwuchs weggebrochen ist, drohte ihr ein rasches Ende. Dies hätte bedeutet, dass viele Kinder in Nachbarstädten hätten zur Schule gehen müssen. Eine Gemeinschaftsschule, in der die Kinder bis zur sechsten Klasse gemeinsam unterrichtet werden, wäre dagegen eine attraktive Alternative.
Aus diesem Grund bleibt das Vorhaben denn auch auf der Tagesordnung. Zumal schon wirklich viel Vorarbeit geleistet wurde, wie Edelgard Blümel und Realschulleiterin Sibylle Arlinghaus berichteten. Ein Grundkonzept mit pädagogischen und organisatorischen Kerndaten existiert bereits. Ein Fachbüro für Schulentwicklungsplanung ist dabei, weitere Zukunftsdaten und ein Raumkonzept für die neue Gemeinschaftsschule zu entwickeln. Die Verschiebung um ein Jahr bringe nun für die weitere Konzeptentwicklung und vor allem für eine intensive Elternbeteiligung dringend benötigte Zeit, lobte Arlinghaus den einstimmig gefassten Ratsbeschluss. Bei der ersten Befassung mit dem Thema hatte die Schulkonferenz der Humboldt-Realschule die Gründung der neuen Gemeinschaftsschule abgelehnt – eben weil der Zeitrahmen viel zu eng gestrickt sei.
Ein lösbares Problem stellt nach Einschätzung von Blümel die Tatsache dar, dass die derzeitige Anmeldezahl für eine neue Eingangsklasse an der Pestalozzi-Hauptschule eigentlich nicht ausreicht. Schon einmal sei es gelungen, mit einer Sondergenehmigung doch eine 5. Klasse zu bilden – das werde jetzt vor dem Hintergrund der 2013 kommenden Gemeinschaftsschule sicher noch einmal möglich sein, versprach Blümel.
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