Kampf mit geballter Faust
07.10.2010 | 14:37 Uhr 2010-10-07T14:37:00+0200
Bönen.Seine Worte haben Gewicht. Zumindest bei den 750 Mitgliedern der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), denen er im 27. Jahr vorsteht. Wenn das Gespräch dann noch auf die Schließung des Bergwerk Ost kommt, ballt Werner Kümmel sogar die Fäuste, gibt sich kämpferisch, so, wie man den Bönener eigentlich nur selten erlebt. Gilt er doch eher als ruhig und sachlich.
„Ich bin betroffen von der Schließung des Bergwerks Ost“, sagt der Vorsitzende der IGBCE Ortsgruppe Bönen. Das wäre wertvolle und vor allen Dingen eigene Kohle – und das in einer Zeit, wo die Energiepreise steigen und weiter steigen würden. Hierfür könnten er und seine Kollegen kein Verständnis aufbringen. Werner Kümmel: „Andere Länder werden die Preise diktieren und absahnen.“ Und weiter: „Was glaubt die Politik wohl, was wir uns noch alles zumuten lassen müssen? Erst nötigen sie uns Bergleuten ab, den ersten Nagel in den Sarg für den Steinkohlebergbau zu schlagen, und nun will sie uns per Fußtritt noch schneller ins Grab befördern. Ich sage stellvertretend für die IGBCE: Nicht mit uns! Deutschland ist in Schieflage geraten. Wir müssen einfordern, es wieder zu richten.“
Werner Kümmel erinnert daran, dass man in Bönen im Jahre 1977 die Schließung der Kokerei miterlebt habe. Damals wäre es weitergegangen mit dem örtlichen Bergbau in der Schachtanlage Königsborn III/IV. „Doch dann hat es auch uns erwischt“, so der Vorsitzende der IGBCE Ortsgruppe. Am 15. Mai 1981 musste die Zeche endgültig schließen, doch die Zukunft war gesichert, es ging auf der Zeche Heinrich Robert, zuletzt Bergwerk Ost genannt, weiter. Die Einfahrt und der Ort in der Grube haben sich damals zwar verändert, aber man wäre auch weiterhin in den Abbaufeldern tätig gewesen. „Jetzt ist mit der Schließung des Bergwerks Ost eine Ära des Bergbaus in unserer Region zu Ende gegangen. Unfassbar!“
Ganz sicher wird das Thema auch bei der Mitgliederversammlung der Gewerkschaft, die am Freitag, 8. Oktober, um 18 Uhr in der Gaststätte Denninghaus stattfindet, im Mittelpunkt stehen.
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