Heimlicher Gast überraschte
18.05.2011 | 14:01 Uhr 2011-05-18T14:01:00+0200
Bönen.Er war der Überraschungsgast schlechthin. Fühlte sich aber nicht so – und deshalb ließ er sich auch nicht etwa in der ersten Reihe im großen Sitzungssaal des Förderturms nieder, nein, Horst Höfer trat eher als Hinterbänkler auf. Zunächst. Doch dann entdeckte ihn Günter Wagner, Vorsitzender des Fördervereins, bei der Begrüßung der Gäste aus Anlass der Gedenkfeier „30 Jahre nach Schließung der Zeche Königsborn III/IV“ dort.
Ein paar nette Worte von ihm – und schon hielt den Mann, der nach eigener Aussage „viele, viele bewegte Jahre im Bergbau erlebt“ hatte, nichts mehr auf dem Sitzplatz. Der 79-Jährige „stürmte“ aufs Rednerpult zu. Direkt auf den Festredner zu. Horst Höfer, der letzte Knappe überhaupt, der zusammen mit seinem Kumpel Reinhard Scholz am Tag vor der Schließung der Zeche Königsborn III/IV am 15. Mai 1981 in Altenbögge eingefahren war, kam nicht mit leeren Händen. Er brachte ein Paket von Erinnerungen an den guten alten Bergbau in der Region mit. „Zur guten Aufbewahrung und zum Gedenken an die Kohlezeit“, wie er unter dem Beifall der mehr als 200 Zuhörer im Saal im Turm wissen ließ.
Horst Höfer, der lange auf der Zeche Königsborn III/IV in Altenbögge gearbeitet hat, verließ den Bergbau mit 50 Jahren, doch seine Liebe dazu ist nie erloschen. Er betreibt seit vielen Jahren das kleinste Bergwerk in der Region im nahe gelegenen Stockum. Mehr als 36 000 Besucher haben den Weg bisher ins Stockumer Feld gefunden. Zuletzt war sogar Bürgermeister Rainer Eßkuchen dort eingefahren.
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