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Heidelbeer-König eröffnet Traubensaison

14.07.2011 | 17:30 Uhr
Heidelbeer-König eröffnet Traubensaison
Auf dem riesigen Areal von Alois Dufhues Am Darenberg in Lenningsen liegen einige Anbaustellen soweit entfernt von seinem Hauptaufenthaltsort, dass der 92-Jährige sich auf seinen geliebten John Deere-Allzweck-Trecker setzen muss, um diese zu erreichen.

Lenningsen. Alois Dufhues ist kein Null-Acht-Fünfzehn-Bürger. Nein, das ist er wirklich nicht. Er zählt eher zu den außergewöhnlichen Menschen in Lenningsen. Satte 92 Jahre hat er auf dem Buckel, doch von Müdigkeit weit und breit keine Spur. Gemütlich in einem Sessel sitzend wird man ihn eher selten erleben. Wahrscheinlich überhaupt nicht. Der gelernte Gärtner, der früher Friedhofsgärtnereien in Dortmunder Vororten betrieb, hat seine eigene Lebensphilosophie, und die heißt: „Arbeit hält fit und jung“. Ausruhen, das könne er sich noch, wenn er unter der Erde läge, sagt er.

Am heutigen Freitag, 15. Juli, bittet der „Heidelbeer-König von Lenningsen“ nun zu Hofe. Von 9 bis 16 Uhr öffnet er die Tore Am Darenberg 1 in Lenningsen, um dort die Saison 2011 zu eröffnen. Seit über eineinhalb Jahrzehnten erweist sich der ruhelose Senior als überdurchschnittlich guter Züchter der umgangssprachlich bekannten Blaubeeren. Heute soll auf seinem Landsitz wieder alles verkauft werden, was mit dem Namen Heidelbeeren in Verbindung zu bringen ist.

Hofladen hat heute von 9 bis 16 Uhr geöffnet

So viel dürfte schon jetzt feststehen: Die Besucher aus nah und fern werden sich in seinem kleinen Hoflädchen schnappen, was es dort zu schnappen gibt: Beeren, Marmelade, Wein, Saft, und und und. Ganz so, wie sie das in den zurückliegenden fast 15 Jahren auch gemacht haben. Schließlich enthalten Heidelbeeren viele wertvolle Mineralstoffe sowie Vitamine und schützen somit die Gesundheit und Körperzellen. Sie können frisch verzehrt, eingefroren und entsaftet werden und dienen als leckere Nasch-Beeren, Kompott oder Kuchenbelag. Alois Dufhues gilt als lebendes Beispiel dafür.

Doch so ganz sorgenfrei sieht Alois Dufhues der heutigen Saisoneröffnung nicht entgegen. Sogar Sorgenfalten werden auf seiner Stirn sichtbar und das nicht nur, wenn sein Blick in Richtung Himmel geht. Da sieht es verdammt nach Regen aus. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagt er aber auch. „Die Heidelbeeren haben unter der langen Trockenheit sehr gelitten. Viele Früchte sind durch den Schnee im Winter zusammen gebrochen.“ Trotzdem hat er ausreichend vorgesorgt, damit alle Kunden mit gut gefüllten Taschen nach Hause gehen können. Ganz so, wie zuvor auch. „Da waren 99 Prozent aller Besucher mit meinen Beeren zufrieden“, erzählt er uns.

Was viele der Besucher am heutigen (Verkaufs-)Tag über das Phänomen Dufhues nicht in Erfahrung bringen werden, hat der Rentner unserer Zeitung auf seinem Riesengehöft in einem langen Gespräch preisgegeben. Alles können wir dabei schon aus Platzgründen nicht wiedergeben. Alois Dufhues fährt jeden Morgen mit dem eigenen Auto von Brackel zu seinem zweiten Wohnsitz in Lenningsen. Abends geht es wieder zurück. Zu seinen Hobbys zählt das Beackern seines 22 000 Quadratmeter Hofes im Bönener Vorort. Alles geschehe in Eigenarbeit, versichert der 92-Jährige. In dem riesigen Areal sind einige Landstellen soweit von seinem Haus entfernt, dass er diese mit dem Fahrrad abfahren muss beziehungsweise mit seinem John Deere-Allzweck-Trecker abfährt. So wie gestern, als er uns die Heidelbeer-Plantagen zeigt. Rund 80 Prozent aller Pflanzen habe er selber herangezüchtet.

Friedrich Westerhoff

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