Ehrenmedaille für Rainer Fabian
12.02.2012 | 16:30 Uhr 2012-02-12T16:30:00+0100
Bönen. Wo die Ehrenmedaille ihren Ehrenplatz finden wird, weiß er noch nicht. „Vielleicht in der Vitrine“, meint Rainer Fabian und schmunzelt. Er bleibt bescheiden, auch wenn die Gemeinde ihn gerade mit Ruhm und Ehre überhäuft hat.
Wo die Ehrenmedaille ihren Ehrenplatz finden wird, weiß er noch nicht. „Vielleicht in der Vitrine“, meint Rainer Fabian und schmunzelt. Er bleibt bescheiden, auch wenn die Gemeinde ihn gerade mit Ruhm und Ehre überhäuft hat. Ihm macht die Arbeit in der Siedlergemeinschaft schlicht Freude und großen Spaß. Seit 38 Jahren.
Genau solche Menschen braucht Bönen – gerade jetzt, in Zeiten des Nothaushalts und immer klammer werdender Kassen. „Ich habe große Sorge, dass wir für das Ehrenamt immer weniger junge Menschen finden, weil das Geld fehlt“, betonte Bürgermeister Rainer Eßkuchen deshalb beim traditionellen Jahresempfang. Dabei sind das „Anpacken, ehrlich miteinander Umgehen, füreinander Dasein“ für seine zweite Stellvertreterin Sabine Lutz-Kunz Tugendenden, die gerade die Menschen der Region auszeichnet. In unzähligen Vereinen engagieren sie sich, schaffen etwa mit dem Erhalt des Förderturms, mit dem Musikkarussell oder drei im Kreis Unna einzigarten Beiräten immer wieder Außerordentliches und Ungewöhnliches.
Wie Rainer Fabian. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Siedlergemeinschaft Holtfeld, war seit 1974 zweiter und ist seit 1990 erster Vorsitzender. Ob finanzielle Probleme mit dem Bauträger, Verkehrsberuhigung, Aufstockung der Flachdächer oder gemeinschaftliche Veranstaltungen vom Karneval bis zum Weihnachtsfest: „Er hat sich weit über das übliche Maß engagiert und die eigenen Interessen zurückgestellt“, betonte der stv. Bürgermeister Gerd Schmidt. Für Rainer Fabian war das ganz selbstverständlich – eben „weil es einfach Spaß macht“. Diese Freude spüren auch andere: Die Mitgliederzahl stieg seit der Gründung von 35 Menschen auf imponierende 400 Haushalte an.
Dieser Jahresempfang war aber auch aus einem anderen Grund ein besonderer : Er war der exakt 20. und damit zumindest ein „kleines Jubiläum“. Auch diesmal durfte neben der Auszeichnung des Ehrenamts ein kurzer Rückblick auf das kommunale Jahr nicht fehlen. Dazu gehörte der Hochwasserschutz, die Errichtung von Seniorenwohnungen bis zum Jahr 2013 für 5 Mio. Euro, Investitionen in die Kinderbetreuung von 1,6 Mio. Euro, die Errichtung eines Seniorenzentrums auf dem Gelände der ehemaligen Goetheschule für 10 Mio. Euro und weitere Industrie- und Gewerbeansiedlungen mit 200 Arbeitsplätzen und 40 Mio. Euro Investitionen. Für Eßkuchen gibt es Hoffnungen, dass es mit dem Nothaushalt weiter vorwärts geht.
Sorgen gibt es dennoch reichlich, und die drückte die Gemeinde jetzt auch gegenüber der Bundespolitik mit Forderungen aus. Den Solidaritätsbeitrag Ost in einen Pendant West umzuwandeln, Wegfall Gewerbesteuerumlage und höhere Bundesbeteiligung am Sozialbudget für die Unterbringung, Umlageübernahme für die Landschaftsverbände durch den Bund: Die Liste ist lang und drückend. Das vernahmen auch der Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek und der Landtagsabgeordnete Rüdiger Weiß im Publikum.
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