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Ausgrabungen im Inlogparc

Die lange Geschichte des Inlogparcs

12.02.2012 | 13:39 Uhr
Die lange Geschichte des Inlogparcs
Norbert Reuther (rechts) und Tobias Duczek führen bei minus 8 Grad eine archäologische Grabung am Inlogparc durch.

Bönen.   Norbert Reuther ist Archäologe und bei Minusgraden im Auftrag des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe auf Spurensuche. Denn im Zuge der Bauarbeiten im Inlogparc sind die Geschichtsforscher auf Siedlungsreste gestoßen, die darauf hinweisen, dass dort schon vor 2000 Jahren Menschen gelebt haben.

Die Schichten seiner Kleidung sind fast so dick wie die, durch die er sich graben muss, um mehr über die Bönenern Geschichte zu erfahren: Norbert Reuther ist Archäologe und bei Minusgraden im Auftrag des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe auf Spurensuche. Denn im Zuge der Bauarbeiten im Inlogparc sind die Geschichtsforscher auf Siedlungsreste gestoßen, die darauf hinweisen, dass dort schon vor 2000 Jahren Menschen gelebt haben.

„Die ersten archäologischen Funde gab es bereits während der Arbeiten südlich der Autobahn“, berichtet Dr. Eva Cichy von der LWL-Außenstelle in Olpe. Unzählige Scherben als Relikte der Eisenzeit sind dort schon gefunden worden, jetzt wird auf der gegenüberliegenden Seite weiter geforscht.

Wenn einmal gesiedelt wurde, dann immer

Mit Beginn der Bauarbeiten im Bereich des Inlogparcs begleiten die Mitarbeiter der LWL-Außenstelle in Olpe das Projekt. Die Keramik-Scherben und Siedlungsreste sind für sie der Beweis, dass auf dem Bönener Gebiet schon viel früher als bislang angenommen Menschen gelebt haben. „Zusätzlich zu den Gruben, die wir bislang gefunden haben, und die überwiegend zur Materialentnahme für Wände genutzt wurden, suchen wir jetzt Grundrisse von Häusern und Siedlungen“, so Dr. Eva Cichy.

Ihnen auf der Spur ist in diesen Tagen Norbert Reuther. Und trotz klirrender Kälte wühlt er sich durch die Erdschichten. Ein Bagger räumt den Mutterboden ab, den Rest übernimmt der Forscher. Und auch auf der nördlichen Seite der Autobahn ist Norbert Reuther auf der Suche nach germanisch-eisenzeitlichen Siedlungsrelikten. Gefunden hat er hier bislang einen Pfosten und Gebäudereste. Zufrieden ist er damit aber nicht: „Das Wetter macht es uns momentan unmöglich, vernünftig zu graben.“ Alles, was er freigelegt und gesäubert hat, ist im Handumdrehen wieder gefroren, so dass nicht mehr allzu viel zu erkennen ist. Dennoch lässt sich eines mit Sicherheit schon sagen: „Es besteht eine ziemlich realistische Chance, dass wir hier auf Siedlungen stoßen. Wenn einmal hier gesiedelt worden ist, haben zu allen Zeiten hier Menschen gesiedelt. Wir können die Stelle bisher nur noch nicht genau lokalisieren.“ Deshalb suchen sie weiter. Und je größer die Funde werden, desto länger werden sich auch die Archäologen auf Spurensuche begeben. Eine große Hilfe sind immer wieder die Scherben. Denn zu dem, was bleibt, gehört die Keramik. „Die Keramikscheiben, die wir finden, sind einer gewissen Mode unterworfen und auf unterschiedliche Art und Weise hergestellt worden. Deshalb lässt sich so relativ gut feststellen, aus welcher Zeit sie stammen“, erklärt Reuther.

Alles, was aus Bönen kommt, wird beim LWL in Olpe wissenschaftlich untersucht, um die Entstehungszeit der einzelnen Stücke genauer einzuordnen – und die Geschichte von den Bönenern vor mehr als 2000 Jahren zusammen zu bekommen.

Susanne Brzuska

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