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Neuer Personalausweis

Die Krux mit dem neuen Wisch

03.08.2010 | 14:32 Uhr

Bönen.Wer ab November den neuen Personalausweis beantragen möchte, wird länger im Bürgerbüro sitzen als zuvor. Das haben die Bönener Mitarbeiter während ihrer Schulungen festgestellt.

Wie die zuständige Fachbereichsleiterin Edelgard Blümel berichtet, gehen die Mitarbeiter von längeren Gespräch mit den Bürgern aus. „Es besteht mehr Aufklärungsbedarf“, sagt Blümel, „und die Mitarbeiter müssen mehr abfragen.“ So entscheiden die Antragsteller etwa, ob sie den Ausweis auch nutzen möchten, um sich im Internet zu identifizieren.

18 statt acht Minuten Bearbeitungszeit

In elf deutschen Modellkommunen ist getestet worden, wie lange die Bearbeitung im Vergleich zum alten Dokument im Schnitt dauert. Das Ergebnis besagt, dass nun 18 statt acht Minuten eingeplant werden müssen. In Wetter kamen die Mitarbeiter auf 20, in Herdecke auf bis zu 30 Minuten.

„Ich möchte jetzt noch keine Prognosen abgeben“, sagt Edelgard Blümel, „und noch sehe ich keine Probleme. Unsere Mitarbeiter werden alle rechtzeitig geschult.“ Doch falls sich die Bearbeitungszeit wie im Modellversuch tatsächlich verdopple oder verdreifache, müsse man überlegen, zusätzliches Personal einzustellen.

Höherer Personalbedarf möglich

In diesem Jahr beantragen im Schnitt mehr Bürger einen neuen, „alten“ Ausweis als noch 2009. Laut Edelgard Blümel waren es im Vorjahr monatlich 200 Anträge, in diesem Jahr sind es einschließlich Juli 235, was einem Zuwachs von knapp 18 Prozent entspricht – viele möchten noch einmal das gewohnte Dokument bekommen, könnte gemutmaßt werden. Die Bundesdruckerei verneint dies. Eine Sprecherin sagte, die gesteigerte Nachfrage habe saisonale Gründe: Zum einen brauchten viele einen neuen Ausweis, um in den Ferien verreisen zu können. „Außerdem haben im Jahr 2000 viele einen bekommen, der nun abläuft“, so die Sprecherin. Die Bundesdruckerei erwarte eine hohe Nachfrage im Herbst: „Dann wird die Presse verstärkt berichten. Manche werden noch einmal ein altes Modell beantragen und viele werden beim neuen die Ersten sein wollen.“

Auch wenn der Besuch im Bürgerbüro in Sachen Ausweis ab November länger dauern könnte: Das Warten auf das Dokument wird sich laut Bundesdruckerei nicht verlängern. „Es wird etwa eine Woche dauern, bis die Bürger ihn bekommen, genau wie zuvor“, sagt die Sprecherin.

INFO

Neue Funktion kosten Aufpreis

Der neue Ausweis wird ab dem 1. November 2010 ausgestellt und ähnelt einer Chipkarte.

Der Ausweis bietet u.a. folgende Funktionen:

1.) Fingerabdruck: Der Inhaber kann genauer ermittelt werden und ist stärker vor Missbrauch des Dokuments geschützt.

2.) Onlineausweisfunktion. Der Inhaber bekommt einen PIN, den er z.B. beim Online-Einkaufen verwenden kann, und spart die Eingabe weiterer Daten.

3.) Die digitale Unterschrift soll dem Internetnutzer bei Vertragsabschüssen etc. den Postweg ersparen.

Der Ausweis wird voraussichtlich 28,80 € statt der bisherigen 8 € kosten.

www.personalausweisportal.de

Katja Reich

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