Bürger, kommt in die Vereine
23.01.2012 | 16:46 Uhr 2012-01-23T16:46:00+0100
Flierich.Neues Jahr. Neuer Elan. Neue Appelle. Neue Ziele – und die Frage: „Wo bleibt die Jugend?“ Dieter Kretschmer, nach ein paar Tagen Urlaub auf der Insel Sylt bestens erholt zurück in seinem Wohnort, sprüht nur so voller Tatendrang.
Er ist sich aber auch darüber im Klaren, dass ohne die Jugend und ihre ehrenamtliche Arbeit in naher Zukunft in den Dörfern Bramey, Flierich und Lenningsen nicht mehr viel laufen wird. Der Ortsvorsteher wünscht sich: „Werdet Mitglied in unseren Vereinen. Jeder Bürger ist dort willkommen. Helft, die Infrastruktur zu sichern, das Geschaffene zu erhalten, vorzuhalten oder auszubauen.“ In den Ortschaften Bramey, Lenningsen und Flierich gäbe es kurz-, mittel- und langfristig Vieles zu tun.
„In der Gemeinde bewegt sich kaum etwas“
Dieter Kretschmer ist als „Macher“ in den südlichen Bönener Vororten bekannt. Bei ihm muss einmal Besprochenes zack, zack gehen. Langatmige Bürokratie ist für ihn ein (bremsendes) Übel. Manchmal geht er auch hemdsärmelig zu Werke. Da wundert es dann auch kaum, wenn es dann und wann aus dem Parteilosen heraussprudelt: „In der Gemeinde bewegt sich kaum etwas. Da packe ich dann selber gerne zu, dann weiß ich auch, dass das angestrebte Vorhaben klappt…“
Für 2012 hat Kretschmer ein dickes Paket in den von ihm betreuten drei Ortsteilen geschnürt. Angesprochen wären dabei alle Bürger, wenn es darum ginge, das Vorhandene zu erhalten beziehungsweise zu pflegen. Kretschmer: „Wir benötigen für den Fortbestand unserer Arbeit aktive und junge Mitglieder in unseren Vereinen. Es ist wichtig, die Infrastruktur auszubauen.“ Handelnde Menschen seien gefragt. Da passe es nur allzu gut ins Bild, dass sich Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Lenningsen bereit erklärt hätten, sobald es das Wetter und die Insekten zulassen würden, das Wild-Bienenhotel mit umweltfreundlicher Farbe zu streichen, das an der Fröndenberger Straße direkt am Radweg nach Unna angesiedelt sei. Als „geistige Väter“ und Initiatoren des „Vier-Sterne-Lokals“, das nützlichen Tieren ein Dach über dem Kopf bietet, gelten ohnehin die IG und der Heimatverein Kerspell Fle-ik.
Schon bald sollen die Ruhebänke restauriert werden, die in der Regel rund um den Alten Bahnhof in Lenningsen ihren Stammplatz finden. „Die Restaurierung nimmt der Ortsvorsteher in eigener Regie in seiner Werkstatt vor. „Wer eine Bank vermisst, sollte nicht gleich die Polizei rufen“, sagt Dieter Kretschmer – und lächelt dabei. Gefragt sind die Bürger auch, wenn es darum geht, das alte Spritzenhaus an der Fröndenberger Straße zu erhalten (wir berichteten). Einem Abriss will man auf keinen Fall zustimmen. Das Spritzenhaus mit dem Schlauchturm gehöre zum Dorf.
Der Ortsvorsteher und seine Mitstreiter sind sich jedoch im Klaren darüber: „Wir müssen alle kräftig in die Hände spucken; denn sowohl im Innen- wie auch Außenbereich fällt bis zu einer Nutzung noch viel Arbeit an.“ Ohnehin müssten zuvor die Eigentumsverhältnisse vertraglich geklärt sein. Ein wenig Licht hat Kretschmer am ländlichen Breitband-Internet-Himmel ausgemacht. Nachdem zunächst aufgrund der ländlichen Region und damit weit auseinander gestreuten Häuser kaum eine Lösung in Sicht schien, hatte ein heimischer Netzbetreiber eine Lösung und einen schnellen Internetzugang unter dem mittlerweile bekannten Namen „Via Funk“ angeboten. Ortsvorsteher Dieter Kretschmer zum aktuellen Wissensstand: „Mittlerweile sind schon einige Haushalte mit Via Funk versorgt. Die Nutzer sind sehr zufrieden.“ Das Netz würde momentan weiter ausgebaut.
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