15 Morde in einer Stunde ersonnen
21.02.2012 | 19:06 Uhr 2012-02-21T19:06:00+0100
Bönen.Wenn die beiden Autoren so schreiben, wie sie miteinander umgehen, kommt am Ende alles Mögliche dabei heraus, nur kein Kurzkrimi. Vermutlich eher eine Satire-Geschichte.
Schlagfertig, witzig und herzlich ist die Beziehung zwischen Nina George und Joe Bausch, die in diesem Jahr den Bönener Beitrag für die Mord am Hellweg-Anthologie liefern.
Entsprechend unterhaltsam und komisch fielen gestern auch die Kommentare aus, nachdem sich das Duo nun zwei Tage lang in der Gemeinde aufgehalten hat.
„Wir haben in einer Stunde 15 Methoden gefunden, wie unser Opfer zu Tode kommen soll“, sagt die Hamburger Journalistin und Schriftstellerin Nina George, 38. Verraten würde nichts. Dabei wisse man schon „wo, wann, warum und auf welche Art und Weise“ das Verbrechen geschehe. „Das Wie ist nicht so relevant, für das Warum haben wir einen Faible“, erklärt George.
Stoff für Liebes-, Ritter- und Kumpelromane
Ein (unvorstellbares) Erschwernis der Autoren: Bönen, sagt George, liefere Stoff für mehrere Romane. Für historische und politische, für Liebes-, Kumpel- oder Ritterabenteuerromane. Vorgegeben aber ist der Krimi. „Und der soll“, kündigt Joe Bausch, 58, an, „heute passieren.“
Bausch, Schauspieler, Mediziner und seit langem Gefängnisarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl, plaudert auch aus: Ein Gerichtsmediziner komme vor in der Geschichte, und der werde einiges zu tun bekommen. Und: „Der Krimi soll spannend und unterhaltend sein, das ist unser Ehrgeiz.“
Auch der Tag, an dem die Bönener Geschichte spielt, steht fest: Es ist der 1. Mai. Eine Neuheit der Mord am Hellweg-Festivalleitung und Herausgeber der 6. Krimianthologie.
Wie man nun gemeinsam ans Werk gehe? „Wir werden bestimmt streiten“, sagt George. Vielleicht, albert sie, werde man sich aber auch auf die Insel Sylt zurückziehen. Aber Spaß beiseite: Einer fange an, sagt sie, der andere lege nach. Das müsse man zwei-, dreimal anschubsen, bis man einen Ton finde, mit dem beide Autoren leben könnten. Viel Zeit bleibt George und Bausch nicht. Immerhin soll die Story, auch wenn sie nur aus zwölf Seiten bestehen darf, Mitte April rund sein. Und: „Für kürzer braucht man länger“, ahnt George.
Und auf die Frage „Kommen Sie noch einmal wieder“, sagt die Schriftstellerin verschmitzt: „In Gedanken immer.“ Ansonsten überlasse sie den Besuch ihrem Co-Autor Bausch, der in Werl lebe. Der kennt Bönen zwar von gelegentlichen Radtouren, zweifelt aber, ob das reicht. „Hoffentlich haben wir begriffen, was Bönen ist.“
Nun, die Bönener werden Gelegenheit haben, den beiden Autoren persönlich zu sagen, ob sie mit ihrer Mordsgeschichte leben können. Irgendwann im Herbst lesen Bausch und George im Rahmen des Mord am Hellweg-Festivals gemeinsam aus ihrem Bönen-Krimi.
Und dass Bönen auch beim sechsten Festival mit von der Partie ist, sei vor allem ein Verdienst der Sparkasse Bergkamen-Bönen, erklärt Dezernentin Edeltraud Blümel. Die Sparkasse unterstüttze das Vorhaben mit 4 000 Euro .
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