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WAZ-Herztag

Zurück im Leben

12.10.2012 | 17:33 Uhr
Zurück im Leben

Bochum.   „Ich bin wieder der Alte, nur fitter.“ Peter Neururer ist zurück im Leben. Am 31. Oktober ist der Fußballtrainer zurück in Bochum: als Gast des Aktionstages „Herz in Gefahr“, den die WAZ präsentiert.

Wie entsteht ein Herzinfarkt ? Wer ist gefährdet? Wie kann man vorbeugen? In Vorträgen geben Fachärzte in der Sparkasse am Dr. Ruer-Platz die wichtigsten Antworten. „Ein Herzinfarkt – und dann?“ heißt der letzte, wohl bewegendste Programmpunkt. Dr. Christoph Hanefeld (St. Elisabeth-Hospital) spricht mit seinem prominenten Patienten über dessen „zweites Leben“: Peter Neururer .

9. Juni, Golfplatz Gelsenkirchen, Bahn 17: Neururer bricht mit einem Hinterwandinfarkt zusammen. „Mir fehlt jede Erinnerung“, sagt der 57-Jährige im WAZ-Gespräch. Was er weiß: Das Unglück kam ohne Vorwarnung. Kurz zuvor war er mit VfL-Freunden auf der Harley durch die USA gebraust. „Ich war nie krank, fühlte mich kerngesund und topfit.“ Risikofaktoren? „Klar: Ich habe geraucht, plusminus eine Schachtel am Tag. Aber: Ich hatte nie Übergewicht, trinke Alkohol nur in Maßen und treibe regelmäßig Sport.“

Bleibt der Stress. Und da hat Neururer seine eigene Theorie. „Viele sind von der Arbeit gestresst. Ich habe Stress, wenn ich nicht arbeite.“ Das tut er – abgesehen von diversen TV-Verpflichtungen – seit 2009 nicht mehr, als er beim MSV Duisburg abgelöst wurde.

Zwei Tage im künstlichen Koma

Ein Freund belebt ihn an jenem 9. Juni auf dem Golfplatz wieder. Nach zwei Tagen erwacht er aus dem künstlichen Koma. Nach vier Wochen tritt er eine Reha in Bad Waldliesborn im Münsterland an. „Ich hatte großes Glück“, erkennt Neururer: „Die wenigsten überleben mit diesem Krankheitsbild. Wer es schafft, hat oft Folgeschäden. Ich bin zu 100 Prozent wiederhergestellt.“

Drei Monate nach dem Infarkt schwingt Neururer wieder den Golfschläger und ist als TV-Experte im Einsatz. Der Alltag ist eingekehrt. Und doch ist manches anders. „Man lebt bewusster. Ich wähle meine Termine genauer aus, habe mit dem Rauchen aufgehört.“ Wenn nicht jetzt, wann dann?

Seinen Stress-Faktor indes kann Neururer nicht beeinflussen. Kein Stress: Das würde bedeuten, endlich wieder eine Erst- oder Zweitliga-Mannschaft zu trainieren. „Das wäre die beste Therapie.“ Er schwärmt von den Erfolgen beim VfL, der „emotionalsten Zeit meines Lebens“. Energisch dementiert er Meldungen, nach denen er den Trainerjob aufgeben will, wenn bis Saisonende kein Angebot kommt.

Karriere-Ende? Das wäre Gift für sein Herz.

Anmeldungen ab 20. Oktober

Anmeldungen für den Herztag sind ab Samstag, 20. Oktober, bei der WAZ möglich. Wir berichten noch ausführlich über das Programm und die Vorträge.

Von Jürgen Stahl



Kommentare
15.10.2012
09:43
Zurück im Leben
von coramos | #4

Die Hoffnung trägt Schnäuzer - Pro Neururer
http://www.facebook.com/#!/DieHoffnungTragtSchnauzerProNeururer?fref=ts

14.10.2012
16:30
Zurück im Leben
von fiffie | #3

Super, dass es Ihnen wieder gut geht. Vielleicht klappt es mit dem VFL noch einmal. Auf jeden Fall war es das Beste, was ich in 40 Jahren VFL erlebt habe, diese Zeit haben Sie mir /uns geschenkt.

13.10.2012
14:30
Zurück im Leben
von Odin1111 | #2

Peter, komm zurück zum VfL. Ich habe seit 2005 nicht mehr getanzt.

12.10.2012
20:44
ich hätte da einen....
von GrafEngelbertseinNeffe | #1

neuen Stress-Faktor: PN retten Sie unseren VfL, machen Sie da weiter wo Sie aufgehört haben, es gibt viel zu tun. Weiterhin alle Gute und viel Gesundheit.
Blau-Weiß, Glück auf,

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