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Zukunft der Annington-Zentrale in Altenbochum ist ungewiss

01.12.2014 | 18:47 Uhr
Zukunft der Annington-Zentrale in Altenbochum ist ungewiss

Bochum.  Kommt es zum Zusammenschluss des Immobilien-Marktführers Deutsche Annington mit der Gagfah, droht die Verlegung des Hauptstandortes aus Bochum.

Gerade erst sind Überlegungen vom Tisch, die BP-Zentrale in eine andere Stadt zu verlegen, da droht Bochum der nächste Verlust einer Konzernzentrale. Die Deutsche Annington erwägt vor dem Hintergrund der Übernahme des Mitbewerbers Gagfah ihre Hauptverwaltung an der Philippstraße in Altenbochum zumindest teilweise zu verlegen. 800 bis 900 der insgesamt 3400 Annington-Beschäftigten, die derzeit in der Zentrale arbeiten, wären davon betroffen.

Die Rede ist davon, dass die neue Unternehmenszentrale im Einzugsgebiet der beiden jetzigen Zentralen Bochum (Annington) und Mülheim an der Ruhr (Gagfah) liegen soll. „Wir bleiben in unserer Heimatregion, in der nach wie vor ein Großteil unserer Wohnungen liegt – im Ruhrgebiet“, sagt Annington-Vorstand Klaus Freiberg. Auch passe es nicht zu dem neuen Unternehmen, in einen hochmodernen Glaspalast umzuziehen. Einem kolportieren Umzug in die jetzige RWE-Unternehmenszentrale in Essen erteilt er damit eine Absage.

In welcher Größenordnung

Und überhaupt gab Freiberg, so Konzern-Betriebsratsvorsitzender Manfred Nordwig gegenüber der WAZ, bei einer Mitarbeiterversammlung gestern ein Bekenntnis für die Stadt ab. Bochum werde als Standort erhalten bleiben.

Die Frage wird indes sein, in welcher Größenordnung. Weitere, allerdings kleinere Verwaltungseinheiten hat die Nummer eins auf dem deutschen Immobilienmarkt in Gelsenkirchen und Berlin.

Verlust von Arbeitsplätzen

Genährt werden Umzugsgerüchte dadurch, dass die Annington-Zentrale in einer gemieteten Immobilie untergebracht ist und der Mietvertrag dafür in einigen Jahren ausläuft. Der Partner Gagfah ist vor einigen Jahren aus Essen nach Mülheim umgezogen. Etwa 170 seiner insgesamt 1600 Beschäftigten arbeiten in der Verwaltung in Broich, weitere 150 arbeiten als Regionaldirektion noch vom Standort Essen-Rüttenscheid aus.

Überrascht von der Entwicklung wurden die Beschäftigten. Betriebsratsvorsitzender Manfred Nordwig („es war erst einmal ein kleiner Schock“), der gestern eine außerordentliche Versammlung des Betriebsrats einberief, wurde am Sonntagabend von Annington-Vorstand Buch informiert. Verdi-Gewerkschaftssekretärin Katja Arndt: „Die Nachricht hat uns genauso kalt erwischt wie die Beschäftigten und den Betriebsrat“. Nun müsse über das weitere Vorgehen beraten werden.

Befürchtet werden muss der Verlust von Arbeitsplätzen. Mit den Synergieeffekten, die als Grund für die Fusion genannt werden, seien zwar, so heißt es in einer Presseerklärung, vor allem der Finanzierungssektor gemeint. Aber: „Natürlich sehe ich die Gefahr, dass im Zentralbereich Arbeitsplätze in Gefahr sein könnten“, sagt Betriebsratsvorsitzender Nordwig. Immerhin wolle das Unternehmen am eingeschlagenen Weg festhalten, Dienstleistungs-Tätigkeiten wieder ins Haus zu holen.

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